bitcoin – Eine faszinierende neue Währung oder eine gefährliche Blase?

June 6, 2011 by · 8 Comments
Filed under: Devisen 

Währungen werden bisher zentral verwaltet und herausgegeben. Zuständig dafür sind die Notenbanken, die es in ihrer Macht haben die Leitzinsen festzulegen und dafür zu Sorgen das mehr, oder weniger Geld sich im Umlauf befindet. Den Wert einer Währung besteht nicht in sich selbst, sondern in den Gütern die damit gekauft werden können. Ein Euro ist nicht mal das Papier wert auf dem er gedruckt wurde, wenn es keinen Händler gibt, der einem dafür etwas verkaufen möchte. Doch die Notenbanken insbesondere die FED achten nicht nur auf Preisstabilität, sondern versuchen mit der Gelddruckmaschine die Wirtschaft künstlich nach oben zu puschen, was manchmal kurzfristig hilft, oft aber langfristig zu neuen und größeren Finanzkrisen führt. Die Finanzkrise von 2008 war vor allem durch die Niedrigzinspolitik der FED nach dem Platzen der Dotcomblase erst ermöglicht worden. Viele fürchten das die Notenbankpoltik nach der Finanzkrise sogar zu einer gewaltigen Inflation führen könnte, die so alle Ersparnisse wegfegt. Verständlich das viele sich eine unabhängige Währung wünschen deren Menge nicht von irgendwelchen von Politikern besetzten Institutionen beeinflusst werden kann. Der hohe Goldpreis ist der Ausdruck dieser Flucht aus den globalen Währungen. Doch Gold wirkt angesichts dem Computerzeitalter und dem Internethandel mehr als anachronistisch. Die kryptographische Währung bitcoin scheint da eine faszinierende Alternative zu sein, die das peer-to-peer Prinzip auf eine Währung übertragen hat. Die Währung ist völlig dezentral, Überweisungen laufen völlig anonym und irreversibel ab und die Währung wird ähnlich Bargeld in einer Geldbörse auf dem eigenen Rechner gespeichert.

Griechenlandkrise – Griechenland überlegt Euroaustritt

May 6, 2011 by · 5 Comments
Filed under: Finanzkrise 

Nach mehr als einem Jahr nachdem Griechenland durch die Rettungspakete der EU gerettet schien steht nun der Schulden-GAU für Griechenland unmittelbar bevor. Nach einem Artikel von Spiegel Online scheinen die Griechen nun sogar einen Austritt aus der Euro-Zone in Erwägung zu ziehen und wieder zu einer eigenen griechischen Währung zurückzukehren. Diese würde sofort massiv Abwerten und käme eine Insolvenz des griechischen Staates gleich. Selbstmord aus Angst vor dem Tod sozusagen. Auch wenn es wohl erst mal nur Drohungen gegenüber der EU sein könnten, Griechenland steht wiedereinmal mit dem Rücken vor der Wand. Die milliardenschweren Rettungspakete haben Griechenland eben nicht gerettet, sondern die wohl kommende Pleite nur noch teurer gemacht.

Amerikas AAA Kreditwürdigkeit mit Makel

April 18, 2011 by · 4 Comments
Filed under: Anleihen 

Im Grunde ist noch nicht viel passiert. Lediglich der Ausblick der Kreditwürdigkeit wurde von S&P heute auf negativ gesenkt. S&P spricht davon das bedeute die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung des AAA Rating der USA liege bei 33%. Dennoch es markiert eine historische Zäsur. Wenn man für den begrenzten Zeiträume der Kreditratings seit 1941 von historisch sprechen kann. Noch nie hatte S&P den USA, seit der Aufnahme des Ratings 1941, ein anderes Prädikat als AAA verpasst und noch nie einen negativen Ausblick. Dementsprechend reagierten die Börsen mit Kursabschlägen. Die Zinsen für Staatsanleihen aber auch die Preise für Kreditausfallversicherungen kurz CDS für US Staatsanleihen zogen an und notieren damit höher als die der deutschen Bundesanleihen.

Marc Faber – Lockere Geldpolitik und Inflation vergrössert die Schere zwischen Arm und Reich

April 8, 2011 by · Leave a Comment
Filed under: Interview 

Marc Faber der Autor des “Gloom, Boom & Doom” Reports spricht in diesem Interview mit CNBC wieder einmal über seine Lieblingsthemen, Gold und die Botenbankpolitik der FED. Diese kritisiert er schon seit Jahren für ihre laxe Geldpolitik und dafür jedes Problem mit billigem Geld lösen zu wollen. Zum Thema Gold begründet Marc Faber seinen Standpunkt das es sich noch nicht um eine Blase handelt. Wäre dem so, würden viel mehr Menschen Gold in ihrem Anlageportfolio besitzen und vielen würden Gold rund um die Uhr handeln. Wirklich interessant wird das Interview besonders zum Ende indem Marc Faber auf eine Grundsatzdiskussion einschwenkt wem eigentlich das billige Geld der Notenbank nutzt.

Das japanische Beben und dessen Auswirkungen auf Wirtschaft und Börse

March 14, 2011 by · Leave a Comment
Filed under: Konjunktur 

Die erschütternden Bilder der Tsunami Katastrophe aus Japan und die widersprüchlichen und beängstigenden Meldungen aus dem Atomkraftwerk Fukushima haben auch heute ein Beben an den Finanzmärkten hinterlassen. Der Nikkei stürzte dramatisch und auch an den europäischen Börsen wurde ein hektischer Handel wie nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers verzeichnet. Denn eines ist bereits heute klar. Das Erdbeben in Japan, gefolgt von einem Landstriche verwüstenden Tsunami und dem drohenden Super-Gau in gleich drei Reaktoren ist ein Katastrophenszenario das Beispiellos in der Geschichte ist. Dazu kommt die spezielle Schuldensituation Japans mit über 200% des BIP, das allein schon untragbar wäre. Durch die besondere Situation in Japan war dies lange Zeit möglich während andere Staaten wie Griechenland schon längst in die Insolvenz müssten. Doch gerade nun durch die Katastrophe könnte der Schuldenstand untragbar werden.

EZB startet Zinswende

March 3, 2011 by · 1 Comment
Filed under: Notenbanken 

Es überrascht schon sehr das EZB Präsident Trichet schon im April eine Erhöhung der Leitzinsen andeutet. Damit würde er die tiefste und längste Niedrigzinsperiode der Nachkriegszeit beenden. Seit Mai 2009 stehen die Leitzinsen der Eurozone bei 1%. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit Sommer 2008, dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Insbesondere die ansteigende Inflation ausgelöst durch anziehende Rohstoffpreise macht der EZB Sorgen. Die Inflation in der Eurozone beträgt aktuell im Februar nach offiziellen Zahlen 2,4 Prozent und liegt damit den dritten Monat in Folge über der Zielmarke der EZB. Die Liquiditätszusagen für die Geschäftsbanken sollen aber verlängert werden und auch der umstrittene Aufkauf von problematischen Staatsanleihen geht weiter.

Mögliche Lösung des Zwangsvollstreckungsskandals in den USA

February 25, 2011 by · 1 Comment
Filed under: Finanzkrise 

Nachdem im letzten Oktober der Skandal um die unrechtmäßigen Zwangsversteigerungen in den USA das beherrschende Wirtschaftsthema war, ist es in den letzten Monaten recht ruhig gewesen. Durch die hastige Strukturierung der damals so sehr beliebten mortgage backed securities kurz MBS sind einige, für eine Zwangsversteigerung rechtlich notwendige, Dokumente nur unvollständig, oder erst hinterher nachträglich ausgefüllt worden. Doch im Zuge der Finanzkrise mussten Zwangsversteigerungen wie am Fließband ausgestellt werden und viele davon waren rechtlich nicht gültig. Als der Zwangsversteigerungsskandal (foreclosure gate) aufkochte, mussten viele Großbanken ihre Zwangsversteigerungen zeitweise aussetzen. Nun schlägt die Obama Administration einen Plan vor um dieses rechtliche Chaos zu beheben. Es soll eine landesweite Einigung angestrebt werden, bei der die Banken über 20 Milliarden Dollar als Strafe, oder als Beihilfe zur Schuldenreduzierung notleidender Hausbesitzer bezahlen sollen.

Weidemann – Der Neue an der Spitze der Bundesbank

February 16, 2011 by · 2 Comments
Filed under: Notenbanken 

Nach dem überraschenden Rückzug von Bundesbankpräsidenten Axel Weber, wurde heute sein Nachfolger Jens Weidmann vorgestellt. Wie so üblich in der Politik handelt es sich um einen engen Vertrauten und wichtigsten Wirtschaftsberater der Kanzlerin Angela Merkel. Die Presse lobte in gleich in höchsten Tönen, so war von “Merkels Musterschüler” im Spiegel zu lesen. Kritische Stimmen kamen ausgerechnet von seinem Doktorvater, der ihn in einem Interview mit der Welt als einen “farblosen Technokraten” bezeichnet. Eine schlimmere Ohrfeige am Tag der Berufung kann man von einem ehemaligen Professor nicht bekommen. Was also kann man von einem Günstling Merkels erwarten, den der eigene Professor für unfähig hält wirtschaftspolitisch zu argumentieren.

Rettung der Hypo Real Estate – Expertenkommision stellt vernichtendes Urteil aus

February 9, 2011 by · 3 Comments
Filed under: Finanzkrise 

Zig Milliarden hat der deutsche Staat und damit der Steuerzahler in die Pleitebank Hypo Real Estate seit 2008 um dieses Institut am Leben zu erhalten. Doch was ist dabei raus gekommen? Laut einer Expertenkommission die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde ist das einzige was der Staat mit der Hypo Real Estate, kurz HRE, anfangen kann eine Abwicklung. Eine Privatisierung also ein Verkauf der Bank würde keine höheren Erlöse einbringen, als würde der Staat die HRE einfach kurz und schmerzlos abwickeln. Die Märkte auf denen die HRE aktiv seih, sind durch Überkapazitäten und hohen Wettbewerbsdruck geprägt. Was für eine grandios erfolgreiche Sanierung! Ähnlich niederschmetternd fällt das Urteil für die kriselnde WestLB aus. Bei der WestLB kann die Kommision keine unentbehrlichen Volkswirtschaftlichen Leistungen erkennen und empfiehlt auch hier die Abwicklung. Ein Verkauf des Gesamtpaketes wäre wenig aussichtsreich.

Veröffentlichung des kompletten FCIC Reports

January 27, 2011 by · Leave a Comment
Filed under: Finanzkrise 

Am 13. Januar 2010 hat die FCIC, die Financial Crisis Inquiry Commission in den USA, die erste Anhörung veranstaltet. Ziel dieser zehnköpfigen Kommission unter dem Vorsitzenden Phil Angelides war es das Desaster der Finanzkrise von 2007-2010 aufzuklären. Nun hat die FCIC ihren 500-seitigen Abschlussbericht veröffentlicht. Man kann die Kommission mit der sogenannten Pecora Commission vergleichen, die in den 30iger Jahren die den so berühmten Wallstreet Crash 1929 und die Große Depression aufklären sollte. Noch ist es für mich zu früh einen intensiven Bericht über den ICIC Report zu schreiben, die 500 Seiten müssen erst mal gelesen werden um zu einer tieferen Schlussfolgerung zu kommen, aber jeder kann sich hier schon mal den kompletten FCIC Bericht ansehen. Die FCIC wirft darin nahezu allen in der Finanzwirtschaft involvierten Institutionen ein massives Versagen vor und einen systemisches Versagen der Finanzwirtschaft an Zuverlässigkeit und Ethik.

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