Archiv für September, 2009
Robert Schiller – Wir brauchen ein demokratischeres Finanzsystem
Robert Schiller hat sich in einem äußerst interessanten Gastbeitrag im Handelsblatt zu der Finanzkrise, ihren Ursachen und ihre nötigen Verbesserungen geäußerst. Als notwendige Verbesserungen beschreibt er einen grundlegend anderen Ansatz als der vorherschende Meinungskonsens in den Medien und der Politik. Für ihn ist ganz klar, dass der Finanzmarkt demokratischer und transparanter gestaltet werden muss. Hier helfen jedoch keine harten Maßnahmen gegen Banken und Beschneidungen von Managerboni. Es gilt vielmehr ihnen dabei zu helfen das in der Krise sich als mangelhaft herausgestellte Risikomanagement zu verbessern. Hier beschreibt Robert Schiller eine sehr interessante und lohnenswerte Möglichkeit dazu.
Aktienfonds profitieren deutlich von der Kursrally an den Börsen
In der Finanzkrise hatten Fonds insbesondere Aktien und Immobilienfonds schwer gelitten. Sie mussten 2007 und 2008 kräftige Mittelabflüsse hinnehmen. Dies hatte die Fondsbranche zu einer lange fälligen Konsolidierung des Fondsangebots veranlasst. Doch Anleger haben sich in diesem Jahr von den steigenden Kursen an den Börsen wieder anlocken lassen und investieren wieder kräftig in Aktienfonds. Während Geldmarktfonds und offene Immobilienfonds weiter Mittelabflüsse zu verkraften haben. Es sind aber noch lang nicht die Summen, die im Zuge der Finanzkrise den Aktienfonds entzogen wurden. Dieser Mittelzufluss ist sicher mit einer der Ursachen, die den aktuellen Boom an den Börsen weiter am laufen hält und für weiter steigende Kurse sorgen könnte.
DAX freut sich deutlich über Wahlsieg von Schwarz-Gelb
Das es wahrscheinlich eine neue Koalition unter Schwarz Gelb aus CDU und FDP geben würde, war für viele absehbar und zu hoffen. Auch haben politische Wahlentscheidungen bisher nur eher selten die Börse beeinflusst. Da überrascht schon wie deutlich man es dem deutschen Aktienindex ansehen kann, wie sehr er durch den Wahlsieg von CDU und besonders durch die starke FDP Aufwind erhalten hat. Klar hat sich der DAX heute an die Spitze der europäischen Länderindizes gesetzt, während am Vormittag nach schwachen Vorgaben noch viele im Minus lagen, war der DAX deutlich mit einem Prozent im Plus und mit der freundlichen Eröffnung in den USA hat er seine Tagesrally fortgesetzt. Am Ende hat es für 6736 Punkte gereicht, oder anderes ausgedrückt einem Plus von 2,78 Prozent. Zum Vergleich der Eurostoxx, in dem natürlich auch die deutschen Schwergewichte vertreten sind, hat nur 2,37 Prozent zugelegt.
Bundestagswahl 09 – Und es bewegt sich doch etwas
Ja es ist geschafft, nach 4 unerträglich langen Jahren der Großen Koalition und regieren um des regierens willen hat es endlich zu der ersehnten Schwarz-Gelben Koalition gereicht. Nach den Umfragen Tage vor der Wahl konnte einem noch Zweifel kommen. Es schien kurz vor der Wahl noch einmal knapp zu werden und es wäre weiter zu einer Großen Koalition gekommen. Doch viele Menschen hatten davon offensichtlich massiv die Nase voll. Eine Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners und durchregieren nur auf Posten bedacht ist die falsche Antwort auf die weltweit größte Wirtschaftskrise seit der großen Depression. Besonders die SPD ist vollkommen zurecht massiv eingebrochen, sie hat sich an die ungeliebte Große Koalition geklammert als einzige mögliche Machtoption und hat die Chance verpasst eine eigene Position zu besetzen und offensiv zu vertreten. Der Beifall der den am Untergang maßgeblich beteiligten Spitzen Steinmeier und Müntefering zeugt nur noch mehr von dem nahezu vollständigen Realitätsverlust der in dieser Partei gang und gäbe scheint. So schwadronierte Steinmeier noch kurz nach der Stimmabgabe davon Kanzler werden zu können.
Wahlempfehlung
In den amerikanischen Medien und Politblogs hat es sich eingebürgert vor den Wahlen eine Wahlempfehlung zu geben und auch mal den Lesern mitzuteilen welche politische Position man selbst vertritt. Dies finde ich eine faire Anlegenheit und dabei muss man sich auch nicht verstecken. Und da bei der Wahl vorraussichtlich Wirtschaftsthemen wieder die entscheidende Rolle spielen werden angesichts der Finanzkrise, ist es nur angebracht auch als Wirtschaftsblog seine politische Meinung kund zu tun und zur Diskussion zu stellen.
The Daily Show – Und wieder ein Ponzi scheme
Diesmal ist in den USA wieder einmal ein Schneeballsystem oder auch “ponzi sheme” genannt aufgeflogen, pikanterweise ein fleissiger Spendensammler für die Demokraten und Barack Obama. Dabei geht es diesmal mal aber “nur” um 300 Millionen Dollar, geradezu Peanuts im Vergleich zu dem vom Bernhard Madoff. Jon Stewart von der Daily Show lässt sich es natürlich nicht nehmen den ersten verhafteten Spendensammler Obamas, Hassan Nemazee, gebührend zu feiern.
US Häusermarkt und weiter keine Erholung in Sicht
Das Platzen der Blase am amerikanischen Häusermarkt hat maßgeblich die Finanzkrise ausgelöst, doch noch immer gibt es kein Zeichen der Erholung. Eher im Gegenteil. Kein Wunder das die misserablen Zahlen zu den Verkäufen bestehender Eigenheime die Wall Street gestern belastet haben. So wurden im Jahresvergleich bisher lediglich 5,1 Millionen bereits existierende Häuser verkauft, dass ist ein weiteres Minus von 2,7 Prozent verglichen mit dem schon katastrophalen Jahr 2008. Die meisten Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet, wie das Handelsblatt schreibt. Die Erholung des US Häusermarktes ist jedoch essentiell um den Druck von den Hypotheken zu nehmen, den viele Amerikaner hatten sich ihre Häuser mit hohen Fremdkapitalquoten von teilweise 100% finanziert und haben so durch den massiven Preisverfall massive Probleme die Kredite zu halten.
Marc Faber – Die aufstrebenden Staaten werden die westliche Welt ökonomisch herrausfordern
In diesem Interview mit dem Tech Ticker spricht Marc Faber, Autor des “Gloom, Doom & Boom Reports” über seine Einschätzung wie sich weltweit die Wirtschaft wieder erholt. Dabei kommt er zu der Feststellung das in vielen Ländern sich die Wirtschaft wieder aufrappelt, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau aber von einher Depression ist nichts zu sehen. Dagegen ist Marc Faber für die USA aber pessimistischer, da hier die Rezession mehr als alle Arbeitsplätze des letzten Boom vernichtet hat. Dazu sieht er eine wachsende Herrausforderung des Westens durch die aufstrebenden Staaten wie China, Russland oder Indien in denen die Menschen noch viel härter für den eigenen Aufstieg arbeiten. In den vergangenen 250 Jahren wurde der Reichtum vor allem in den westlichen Staaten geschaffen und nun sieht Marc Faber eine schleichende Umfverteilung hin zu den aufstrebenden Staaten in den nächsten 30 Jahren. Darin sieht er Potential für Spannungen in denen er schon vor einiger Zeit von einem möglichen Krieg vor allem um Rohstoffe gesprochen hatte.
Artikelserie Teil 2.1 – Stoppkurse für den mittelfristigen Anleger
Im ersten Abschnitt in dem ich auf die Stoppkurse für den mittelfristigen Anleger eingegangen bin, ging es vorallem um die Bestimmtung der Stoppkurse anhand der Chartechnik. Nun möchte ich auch für den mittelfristigen Anleger auf die Möglichkeiten der Oszilatoren und gleitenden Durschschnitte eingehen als dynamische Stopps. Doch ist es in dem Bereich auch sehr wichtig nicht nur einfach stur unterhalb bestimmter Chartmarken einen Stopp zu setzen, sondern man muss auch anhand der Volatilität und der Historie einer Aktie, Index, Rohstoff oder Devise entscheiden ob der Stopp in diesem Abstand überhaupt sinnvoll ist. Andernfalls wird man sehr häufig ausgestoppt und anstatt durch den Stopp hohe Verluste zu vermeiden produziert man nun haufenweise kleine Verluste, doch in der Summe addieren sie sich und man verdient nichts bei seinen Anlagen.
Die skurrilen Geschäfte deutscher Landesbanken- heute wieder einmal die HSH Nordbank
Über so eine kundenfreundliche Kulanz würde sich so mancher Privatkunde freuen. Obwohl die Frist für die Geltungsmachung der Ansprüche von Goldman Sachs schon über drei Wochen verstrichen waren zahlt die HSH Nordbank freiwillig über 45 Millionen Dollar an die amerikanische Investmentbank. Die Ansprüche waren entstanden da sich die größte Investmentbank der Welt Goldman Sachs über CDS in Höhe von 45 Millionen Dollar sich bei der kleinen norddeutschen Landesbank HSH Nordbank gegen die Insolvenz der drittgrößten amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers abgesichert hatte.



