Archiv für January, 2010
Immer weniger Deutsche besitzen Aktien
Die Aktie als Anlageform hat es schon immer besonders schwer gehabt sich in breiten Bevölkerungsschichten als Anlage durchzusetzen. Meist wurden die Deutschen erst dann zu Aktienanlegern, wenn eine Blase wie die Dotcom Blase zum wesentlichen Gesprächsthema wurde oder aber der Staat massiv Werbgung für die Zeichnung von Aktien zu privatisierender Staatskonzerne wie der Telekom sendet. In beiden Fällen ging es natürlich schlecht aus und diese Erfahrungen prägen auch das Verhältnis der Deutschen zu Aktien. So ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass die Finanzkrise wieder einmal dazu beigetragen hat, dass immer weniger Deutsche Aktien besitzen. Auch wenn es schade ist, dass so viele wieder einmal den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg verpasst haben und so die Rally in 2009 nicht mitnehmen konnten.
Marc Faber über seine Erwartungen für 2010
Wer Marc Faber über in seinen Interviews verfolgt hat wird festgestellt haben, dass er oft eine recht gute Einschätzung der kommenden Entwicklung besitzt. So hatte er auch die Entwicklung für 2009 recht gut vorhergesagt. Allerdings kann niemand wirklich 100% treffsicher den Aktienmarkt vorhersagen, da immer auch viel von plötzlich auftretenden Ereignissen abhängt. Doch hat sich Marc Faber mit seiner oft etwas antizyklischen Einstellung immer recht gut geschlagen. Für 2010 rät Marc Faber in diesem Bloomberg Interview zur Vorsicht, denn die optimistischen Erwartungen die viele Anleger hegen werden nicht erfülllt werden können. So sieht er im ersten Halbjahr die Börsenkurse auch eher fallen als steigen. Erst zu Jahresende nach erfolgter Korrektur könnte es wieder ansteigen. Ähnliches habe ich auch schon in meiner Daxprognose geschrieben.
Taylor gibt der FED die Schuld an der Immobilienblase
Die FED hat in den Jahren 2002-2005 den Leitzins zu lang zu niedrig gehalten und damit wohl einen der Hauptauslöser des so desaströsen amerikanischen Immobilienbooms geliefert, der sich zur Finanzkrise ausgeweitet hat. Dies behauptet nicht irgendwer, sondern derjenige der mit seiner berühmten Formel einen Richtwert gelegt hat, in dem sich der Leitzins aufhalten sollte. Nämlich John B. Taylor, Stanfort Professor und Erfinder der nach ihm benannten Taylor Regel. Diese Formel hatte er aus seinen Beobachtungen der FED Politik gewonnen und hat vorallem aus den vergangenen beiden Jahrzehnten vor dem Jahr 2000 eine gute Leitzinssetzung ausgezeichnet. Sie ergibt sich unter anderem aus dem kurzfristigen nominalen Zinssatz auf dem Geldmarkt, der tatsächlichen Inflationsrate, der sogenanten von der FED festgelegten Zielinflationsrate und dem Auslastungsgrad der Volkswirtschaft.
Wieder einmal schwache Zahlen vom US Arbeitsmarkt
Im Gegensatz zum deutschen Arbeitsmarkt, der vorallem durch die ausgeweitete Kurzarbeit gestützt wurde, kommen aus den USA weiter enttäuschende Zahlen, so auch in dem heutigen Arbeitsmarktbericht. Der konnte die Börsen allerdings nur kurz einbrechen lassen. Während viele schon durch die wirtschaftliche Erholung mit einem Beschäftigungsaufbau gerechnet haben, so hat es im Dezember 2009 wieder einmal einen kräftigen Abbau von 85.000 Jobs in den USA gegeben. Dies ist besonders enttäuschend, da im November sich eine erster Ansatz einer Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt abgezeichnet hat. Doch die Börsen wird dies nur wenig belasten, im Gegenteil so wird die FED auch weiter gezwungen sein die Zinsen niedrig zu halten.
Die statistischen Mythen der Börse
Die Börse ist reich an sogenannten Weisheiten wie die berühmte Regel “Sell in May and fly away, but remember to come back in September” oder aber auch wird dem Januar als Börsenmonat eine ganz besondere Bedeutung begemessen. Dabei soll die Entwicklung im Januar an den Börsen Auschluss über die kommende Entwicklung im Jahr geben. So soll dabei insbesondere beim S&P 500 eine ziemlich gute Trefferquote vorlieren. Seit 1970 sind in 21 von 24 mal in denen die Kurse im Januar anstiegen auch das restliche Jahr über der Index gestiegen. Doch was ist an solchen Aussagen dran und wie belastbar sind diese eigentlich?
Japan weiter im Griff der Deflation
Nach dem gigantischen Boom in den 80iger Jahren und einem rasanten Aufstief, folgte in den 90igern für Japan der Abturz und eine lange Durststrecke die als das verlorene Jahrzehnt sich einen Namen gemacht hat. Neben der Rezession war hier vor allem die Deflation bestimmend, die aus dem Platzen des rasanten Vermögenswachstums in den 80igern gespeist wurde und seit dem Japan im Griff hält. Erst 2003 und 2004 geling es Japan, die bisher mit Niedrigzinsen und ungehemmten Staatsausgaben versucht hatten der Krise Herr zu werden, der zaghafte Verlassen der Deflation. Nur um dann durch die Finanzkrise 2009 mit voller Wucht wieder in die Deflation gestossen zu werden. Im August 2009 erreichte die Deflation einen Spitzenwert von 2,9%, der sogar höher lag als während des verlorenen Jahrzehnts. Es schien allerdings, als hätte Japan im dritten Quartal die Krise schon überwunden, doch wie es sich nun zeigen sollte nur scheinbar.
Besucherzahlen Dezember 2009
An den Börsen war der Dezember deutlich entspannter als noch letztes Jahr mitten in der Finanzkrise. So konnte man sich vielmehr auf die Weihnachtsvorbereitungen konzentrieren und die Silvesterfeier. Einzig Dubai und Griechenland haben etwas für Unruhe gesorgt. So sind auch nicht ganz so viele Beiträge im Blog erschienen, doch dennoch konnte ich mich trotz der Weihnachtszeit über weiter leicht gestiegene Besucherzahlen des Spekulantenblogs freuen.
