Artikelserie – Die richtige Wahl des Stopkurses

August 4, 2009 by
Filed under: Börsenwissen 

Viele haben im vergangenen Börsencrash durch die Finanzkrise wahrscheinlich erleben müssen, wie wichtig ein Stopkurs hätte sein können. Ich selber musste da auch schon so einige leidvolle Erfahrungen machen, da ich teilweise meinte auf einen verzichten zu müssen. Die Wahl des richtigen Stopkurses ist aber von entscheidender Bedeutung, will man langfristig an der Böse erfolgreich anlegen. Man kann zwar sich den Wert noch so gut anschauen und ihn analysieren, an der Börse treten aber immer wieder Ereignisse auf, die die beste Analyse reif für den Papierkorb werden lassen. Auch ist oft garnichtmal ersichtlich warum manchmal Aktienkurse gegen einen laufen, bis man es rausgefunden hat ist es meist aber schon zu spät und man sitzt auf einer Depotleiche oder muss ewig darauf warten, dass sich der Kurs wieder erholt hat. Dabei entgehen einem lohnende Investitionsmöglichkeiten, die man einfach nicht wahrnehmen kann weil das Geld in einer unrentablen Position gebunden ist. In der kommenden Artikelserie möchte ich Ihnen zeigen wie sie je nach Ihrem bevorzugten Anlagezeitraum einen geeigneten Stopkurs bestimmen können.

Dabei wird die Serie aus drei Teilen bestehen, jeweils unterteilt nach dem Anlagehorizont.

Teil 1 Die Wahl des Stopkurses für den langfristigen Anleger
Teil 2 Der Stopkurs für den mittelfristigen Spekulanten
Teil 3 Stopkursstrategien für den Daytrader

Doch warum sollte man sich einen Stopkurs setzen, wenn man doch auch von Fall zu Fall sein Investment überdenken kann und wieder austeigen?

Der Stopkurs ist vorallem dazu da, das Risiko der Anlageentscheidung beherschbar zu machen. Wenn ich mir zum Beispiel eine Aktie aussuche, so sollte man am besten noch vor dem Kauf sich das Risiko festlegen, dass man bereit ist eingehen und dementsprechend wählt man seine Positionsgröße und seinen Stopkurs. Andernfalls hat man bei einem Longinvestement tendenziell immer das Risiko eines Totalverlustes, spekuliert man auf fallende Kurse muss man zwangsläufig einen setzen, da hier potentiell auch höhere Verluste möglich wären. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn viele achten bei einem Aktieninvestment nur darauf, welche Chancen sie dabei haben. Doch wenn hier das eigene potentielle Risiko bestimmt und abgesichert wird, kann niemand wissen, ob es sich überhaupt lohnt diese Chance zu wagen.

Der zweite wichtige Punkt, meistens sogar der wichtigste für alle Anleger ist der psychologische Aspekt. Der Mensch an sich ist nicht gerade besonders gut geeinget Anlageentscheidungen zu treffen, dass gilt nicht erst seit der Finanzkrise. Zu Werten die man besitzt wie Aktien, baut man ein persönliches Verhältnis auf. Dies hindert einen dabei eine rationale Entscheidung zu treffen und so wird oft wenn die Aktie entsprechend verlohren hat immer wieder nach Gründen gesucht, warum dies nur ein temporäres Absacken ist und die Aktie eigentlich bald wieder hochgehen wird. Dies endet dann häufig im legendären Aussitzen. Es soll noch jede Menge Leute geben, die noch Aktien aus den Hochphasen des Neuen Marktes halten. Zieht man hier einen Stopkurs ein, an den man sich dizipliniert hält schaltet man diese psychologischen Fallen weitesgehend aus. Man darf hier nur nicht den Fehler machen den Stopkurs zu verändern, nur weil der Aktienkurs ihm nahe kommt. Doch dabei übersicht man meist das es für abstürzende Kurse meist gute Gründe gibt, diese sind aber oft teilweise noch verborgen. Es kann sich einfach um eine austrocknende Liquidität handeln, hier hat man zwar ein tolles Unternehmen, aber wenn Liquidität gezwungen ist aus der Aktie abzufliessen wird diese zwangläufig auch an Kurs verlieren. Hier ist es meist besonders tragisch, da man es oft gar nicht wahrhaben möchte.

Die Wahl des richtigen Stopkurses ist sehr wichtig

Doch bei der Wahl eines Stopkurses hat man viel zu beachten. Denn es reicht nicht aus einfach irgendeinen Wert zu bestimmen. Man muss den Punkt erwischen, an dem feststeht das die eigene Strategie und Idee nicht aufgeht. Liegt der Stopkurs zu hoch wird man oft ausgestoppt und der Kurs läuft höchstwahrscheinlich kurz danach in die vorher gewünsche Richtung und man ärgert sich über verlohrene Gewinne. Liegt der Stopkurs zu niedrigt geht man zu hohes Risiko ein und wenn man ausgestoppt wird tut es richtig weh, da man einige Verluste angehäuft hat. Auch kommt es darauf an den Stopkurs mit der Zeit vernünftig zu verändern, so dann man bisherige Gewinne absichert aber dabei nicht zu früh aus der Aktie hinausgeworfen wird. Diese Punkte werde ich alle in der Artikelserie für die jeweiligen Zeithorizonte ansprechen und dabei helfen wie man den richtigen Stopkurs findet.

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Kommentare

2 Comments on Artikelserie – Die richtige Wahl des Stopkurses

  1. Oscar on Wed, 16th Sep 2009 23:25
  2. Danke für diesen interessanten Einstieg.
    Wann geht es weiter???

  3. Joerg on Thu, 17th Sep 2009 18:27
  4. Vielen Dank für die Rückmeldung. Es hat leider etwas länger gedauert als ich eigentlich dachte Teil 2 zu schreiben und es hat sich auch herrausgestellt er wurde viel zu umfangreich für einen einzigen Artikel. Heute habe ich Teil 2 veröffentlicht und morgen folgt dann gleich der Zusatz zu Teil 2.

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