Das Drama um Porsche und VW

May 13, 2009 by
Filed under: Aktie 

Seit 2005 hat Porsche sich langsam in den VW Konzern hineingekauft. Man sprach von einer Beteiligung um die 20 % damals. Über die Zeit wurden aber dennoch immer weitere Stücke dazu gekauft und die Ziele immer höher gesetzt.
Bei Porsche fühlte man sich sicher und hatte den finalen Deal schon lange geplant. Bereits im Februar 2008 soll man ausdrücklich die Absicht gehabt haben, einen Beherschungs- und Gewinnabfrührungsvertrag mit dem erheblich größeren Volkswagenkonzern anzustreben. Man schaffte es dies lange zu verheimlichen und spielte virtuos auf der Klaviatur der Finanzmärkte. Porsche hatte den Kurs der VW-Aktien komplett in seiner Hand. Porsche Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter waren die gefeierten Helden, die es der gesamten Banken- und Hedgefondsbrache zeigten, wie man ihr Geschäft macht.

“…als der Knabe begann, sich am kühnen Flug zu erfreuen, sich von seinem Führer trennte und, angezogen durch die Begierde nach dem Himmel, einen höheren Weg nahm. Die Nähe der glühenden Sonne machte das duftende Wachs, das Band der Federn, weich. Das Wachs war geschmolzen. Jener schwingt die nackten Arme, und da er keinen Flugapparat mehr hat, bekommt er keine Luft zu fassen, und sein Mund, der den väterlichen Namen ruft, wird durch das blaue Wasser aufgenommen…”(Quelle:Wikipedia:Ikarus)

Mittlerweile sieht alles anders aus. Wendelin Wiedeking und Härter haben ihre gewohnte Ruhe und Siegesgewissheit eingebüsst. Dss Projekt der VW Übernahme ist komplett aus dem Ruder gelaufen und der Porsche Aktienkurs befindet sich wie Ikarus im freien Fall. Heute wieder 10 Prozent verlohren und notiert bei nur noch 36 Euro. Schuld an der Misere hat das VW-Gesetz, das Porsche trotz intensivster Bemühungen noch nicht kippen konnte. Ein unsägliches Gesetz, dass in einer freien Marktwirtschaft nichts verlohren hat. Dennoch hat sich die gerichtliche Auseinadersetzung vor dem Europäischen Gerichtshof unter Hilfe der EU Kommision nicht rechtzeitig zu einem Abschluss führen können, denn Porsche hat sich während seinen Finanzmarkttransaktionen unter den Banken erhebliche Feinde gemacht. Dies und die Finanzkrise haben die Konditionen für Porsche untragbar gemacht. Dies führte dazu, dass Porsche im April offenbar kurz vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden haben solle. In letzter Minute sei jedoch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit zwei Mrd. Euro eingesprungen, berichtete der “Focus”: “Ohne die LBBW wäre Porsche insolvent”, wird ein führender baden-württembergischer Landespolitiker zitiert.

Nun bleibt Porsche als letzte Rettung nur eine Fusion mit VW. Doch in dieser versucht nun vorallem die Seite von VW bittere Rache an dem kleineren Autobauer aus Zuffenhausen zu nehmen, der es gewagt hatte und die Frechheit besaß den 15 mal größeren Autokonzern aus Wolfsburg zu übernehmen. Ohne Rücksicht und den Schaden von Porsche billigend in Kauf nehmend, versucht nun VW und allen vorran Ferdinand Piech die Bedinungen zu diktierenund verschärft durch seine Aussagen die finanziellen Probleme von Porsche wissentlich.
Dabei benutzt er vor allem die Medien um die Öffentlichkeit gegen Porsche zu beeinflussen. Das dabei schon vor der Fusion ein besonders vergiftetet Klima unter den Mitarbeitern der beiden Firmen ensteht sollte nicht wundern. Dabei kann das operative Geschäft durch die Feindschaft die auch nach der Fusion erhalten bleiben sollte in Zukunft schwer drunter leiden. Aber darum geht es Herrn Piech nicht. Er will einzig und allein persönliche Rache an Wiedeking und Porsche üben.

Porsche dagegen hält sich zur Zeit vernünftig bedeckt und versucht möglichst weiter seine Strategien nicht all zu sehr preis zu geben. Noch hält man die umfangreichen Optionsgeschäfte in den Händen und Porsche plane auch nciht die gehaltenen Call Optionsscheine aufzulösen. Wahrscheinlich ist neben einer Fusion auch noch eine Kapitalerhöhung bei Porsche und es könnte im Zweifel immer noch ein ausländischer Investor mit einsteigen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Volkswagen bis zu 10% der eigenen Aktien zurückkaufen könnte und somit Porsche helfen könnte sich zu entschulden. Ein solcher Beschluss wurde auf der letzten Hauptversammlung von VW auf Vorrat abgesegnet und braucht nun nur noch die Zustimmung des VW Aufsichtsrates. Ein Rückkauf von 10% würde VW aktuell etwa 7 Milliarden Euro kosten. Zwar wäre dies nicht der beste Deal für Volkswagen zu diesen Kursen eigene Aktien zurückzukaufen, aber hier entscheiden nur politische Interessen darüber. Denn bei so einer Lösung könnte auch das Land Niedersachen zustimmen, da es so seinen eigenen Stimmrechtsanteil durch Reduzierung der Gesamtstimmzahl wieder auf 23% steigern könnte.

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Kommentare

2 Comments on Das Drama um Porsche und VW

  1. Alexander Reus on Thu, 10th Feb 2011 13:42
  2. woher weisst Du dass Porsche die VW Übernahme zu 75% schon lange geplant hatte?

  3. Joerg on Thu, 10th Feb 2011 14:58
  4. Das geht aus dem Artikel der Wirtschaftswoche hervor, die aus dem Protokoll eines geheimen Treffens im Februar 2008 zitiert. Link im ersten Absatz. Für einen Beherschungs- und Gewinnabführungsvertrag braucht es die hohe Beteiligungsquote.

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