Der Einfluss von Hochfrequenztrading auf den Markt
Seit den Enthüllungen rund um den gestohlenen automatischen hochgeheimen hochfrequenz Handelscode von Goldman Sachs stellt sich die Frage, wie viel Einfluss haben eigentlich solche Programme auf den Markt. So soll der stellvertretende Staatsanwalt ausgeführt haben, die Bank hätte behauptet der Code könnte zur Marktmanipulation eingesetzt werden. Und es stellt sich da natürlich die Frage, welchen Anteil hat der Hochfrequenzhandel an den Gewinnen von Goldman Sachs, die im letzten Quartal 3,4 Milliarden Dollar verdient haben.
Zum einen muss dabei gesagt werden, dass wie auch das normale Traden der automatische Handel dem Markt prinzipiell nützlich ist, so wird hierdurch Liquidität bereitgestellt und so gewährleistet das beinahe zu jeder Tageszeit auch größere Orders im Markt platziert werden können, ohne dass es größere Kurseinschläge in die eine wie auch die andere Richtung gibt. Das Traden verteilt diese punktuellen Nachfrage- oder Angebotsspitzen über einen längeren Zeitraum und erzielt dabei durch diesen Vorgang einen Gewinn. In dieser Situation haben beide Seiten etwas davon, derjenige der eine große Position in den Markt geben möchte oder kaufen möchte, da er so einen geringeren Preis zahlen muss , bzw überhaupt die gewünschte Stückzahl überhaupt erhält und der Trader der kurze Zeit das Risiko der Gegenposition einnimmt um dann zu einem späteren Zeitpunkt für einen ihm besseren Kurs sich wieder von der Position zu trennen. So weit nichts Verwerfliches an der Sache.
Problematisch an der ganzen Angelegenheit wird es jedoch, wenn einzelne Firmen wie eben Goldman Sachs durch ihre schiere Größe und Geschwindigkeit der eingesetzten Mittel eventuell andere Marktteilnehmer übervorteilen und durch den schnellen hochfrequenz Handel quasi einen parasitären Gewinn abschöpfen. Dies könnte in den Unterschiedlichsten Varianten passieren. So könnte man bemerken, wenn riesige Kundenaufträge hineinkommen werden und sich quasi noch davor setzen, so kauft man noch vor dem Kunden die gewissen Papiere um dann, wenn der tatsächliche Auftrag hereinkommt direkt an ihn wieder zu verkaufen. Soetwas heißt Frontrunning und ist klar verboten. Allerdings würde so etwas in der Menge von abertausenden kleiner Trades denn auffallen, insbesondere dann wenn im Millisekundenbereich oder gar Microsekundenbereich die Orders platziert werden? Wohl eher nicht. Zumal große Orders von den Handelssystemen der Broker eh schon in kleinere Orders aufgeteilt werden um diese vor Marktteilnehmern zu verschleiern und nicht mehr als einzelne Order erkennbar ist. Front running ist hier extrem schwer nachzuweisen. Dies macht es aber grade für hochfrequente Systeme leicht sich grade so vor die einzelnen Orders zu setzen um nicht aufzufallen.
Aber der Code könnte vor allem aber auch zum Frontrunning anderer Konkurenten eingesetzt werden. Da eben große Orders gestückelt werden um verschleiert zu werden, könnte ein hochfrequentes automatisches Computersystem dennoch in der Lage sein ein Muster zu erkennen und sich dann direkt vor die Order der Konkurenz zu setzen. In dem Fall wäre das Frontrunning nicht mal illegal, da das Handelssystem ja öffentliche Informationen sich zunutzen machen. Doch es ergibt sich dabei kein Zusatznutzen für den Markt. Das automatische Handelssystem erzielt dabei parasitäre Gewinne, da die Kosten für den Konkurenten oder Kunden dadurch steigen und er keinen Zugewinn an Liquidität dadurch erhält. Ihm wird statt dessen sogar welche entzogen und er muss zu einem höheren Preis kaufen als er eigentlich wollte.
Man kann nicht sagen wie Goldman Sachs durch seinen automatischen hochfrequenten Tradingcode Gewinne erzielt, man kann es nur vermuten wenn man den Code nicht kennt. Auch wird der hochfrequente Handel in den Quartalszahlen von Goldman Sachs nicht erwähnt und verschwindet in der allgemeinen Handelstätigkeit. Es handelt sich dabei aber um ein äußerst lukratives Geschäft und ist äußerst margenträchtig. Man braucht dazu nur einen direkt Zugang zur NYSE am besten man sitzt gleich vor Ort wie Goldman Sachs um keine Zeit durch lange Verbindungskabel zu verlieren, daneben braucht man einen leistungsfähigen Rechner und eben einen hochschnellen Code, der einem einen Vorteil gegenüber der Konkurenz verschafft. Zero Hedge hat mal versucht anhand der Daten zum automatischen hochfrquenz Handel und den Wettbewebern und dem Marktvolumen von Goldman Sachs sich deren Gewinne abzuleiten. Dabei sind ein paar äußerst bemerkenswerte Fakten herausgekommen. So sind die 2% der 20.000 Tradingunternehmen auf dem US Markt im Hochfrequenzhandel tätig, diese sind dabei aber für 73% des gesamten Handeslumsatzes in den USA veranwortlich. Eine erschreckende Summe. Dabei geht 20% des weltweiten Hochfrequenzhandels auf Goldman Sachs zurück. Der gesamte Hochfreuenzmarkt soll nach dem FIXprotocol zwischen 15 und 25 Milliarden Dollar verdienen. 20% von sagen wir mal 20 Milliarden Dollar wären somit jährlich 4 Milliarden Dollar für Goldman Sachs oder nicht weniger als ein Drittel ihres letzten Quartalgewinnes.
Betrachtet man sich allerdings welche Volumen dabei bewegt werden, ist nich nur eine Form des Frontrunning möglich, auch das unauffällige Manipulieren des Marktes in gewünschte Richtungen ist da sehr wohl möglich.
Update
Habe noch ein sehr interessantes Video gefunden, dass die Problematik des Hochfrequenzhandels anschaulich erläutert.
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