Deutsche Bank mit solidem Ergebnis im zweiten Quartal

July 27, 2010 by
Filed under: Aktie 

Besonders interessant, nach dem ganzen Theater um den Bankenstresstest und die doch wachsende Unsicherheit zwischen den Banken, sind die Zahlen der Deutschen Bank für das zweite Quartal. Die durchaus überzeugen konnten, liegen sie doch über den Erwartungen. So erzielte die Deutsche Bank im zweiten Quartal 2010 einen Nettoertrag von 1,2 Milliarden Euro, verglichen mit 1,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Dies führt zu einem Ergebnis je Aktie von 4,58 Euro. Im ersten Halbjahr hat damit die Bank im ersten Halbjahr 2010 nach Steuern 2,9 Milliarden Euro an Gewinn erzielt, verglichen mit 2,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2009. Schwächer entwickelt hat sich die Cashcow Investmentbanking, allerdings angesichts des unsicheren Marktumfeldes auch kein Wunder. Dafür hat dem Ergebnis die Konsolidierung des von der ABM Amro erworbenen Firmenkundengeschäfts mit 338 Euro Erträgen gutgetan.

Im Investmentbanking war in diesem Quartal angesichts der Unsicherheit an den Märkten nicht viel zu verdienen. Auch die anderen Großbanken wie Goldman Sachs oder Credit Suisse mussten deutliche Gewinneinbussen melden. Das Investmentbanking ist nunmal volatil. Der Deutschen Bank hat aber eine um 70% niedrigere Risikovorsorge für Kredite geholfen, diese lag im letzten Jahr noch bei einer Milliarde Euro. Aber auch bei der Deutschen Bank lief der Eigenhandel nicht berauschend. So brach das Handelsergebnis auf 110 Mio ein. Im Vorjahr stand hier noch ein Ergebnis von 2,6 Milliarden Euro.

Interessant an dem Bericht, insebsondere im Hinblick auf die Konjunktur ist der Abschnitt über die Konsumentenkredite. Dabei weißt die Deutsche Bank aus, dass von denen von ihnen vergebenen Konsumentenkrediten in Deutschland nur 1,77 % über 90 Tage lang überfällig sind. Bei Hyopothekendarlenen sind es nur 1,44 % die länger als 90 Tage in Zahlungsverzug sind. Außerhalb Deutschland beträgt die Rate bei Konsumentenkrediten 3,65% die 90 Tage überfällig sind. Da ist man von amerikanischen Banken ganz andere Größenordnungen gewohnt.

Im Ausblick sieht die Deutsche Bank vorallem eine Stärkung des Privat- und Firmenkundengeschäfts, während es bei den Kapitalmarktaktivitäten zu größeren Schwankungen als in den vergangenen 12 Monaten kommen dürfte. Man hält aber weiter an seinem Ziel fest das Ergebnispotential von 10 Milliarden Euro vor Steuern im Jahr 2011 realisieren zu können. Allerdings steht dem noch das niedrige Zinsniveau entgegen. Ich gehe aber davon aus, dass sich am niedrigen Zinsniveau alzubald nichts ändern wird. Dazu ist die FED unter zu politischen Druck, durch den schwachen Arbeitsmarkt in den USA und dem Bedürfniss nach günstigen Zinsen für all die überschuldeten Staaten.

Nach den dennoch erfreulichen Ergebnissen hat die Aktie der Deutschen Bank im Frankfurter Handel stark um 4,49% auf 52,64 Euro zulegen können. Dadurch hat die Aktie charttechnisch, nach der zuletzt schwachen Entwicklung, mit dem Überschreiten von 51,24 Euro und 52,59 Euro zwei wichtige Marke durchbrochen. So kann die Aktie auch die nächsten Tage weiter ansteigen, wenn ich auch bezweifel, dass die Aktie der Deutschen Bank die Marke von 60,55 Euro wird durchbrechen können. Belastend liegen vorallem Spekulationen um eine kommende Kapitalerhöhung. So hat die Bank selbst in dem Zwischenbericht geschrieben “Wir werden die zusätzlichen Kapitalanforderungen, die aus potenziellen Bankenabgaben, der Dodd-Frank-Finanzmarktreform, den möglichen Auswirkungen von Basel III sowie aus anderen regulatorischen Initiativen entstehen könnten, weiterhin aufmerksam verfolgen”. Dieser zusätzliche Kapitalbedarf würde dann wahrscheinlich über eine Kapitalerhöhung gedeckt werden müssen.

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