Die EU öffnet die Schleusen
Die EU lässt nun jede gebotene Vernunft fahren und geht mit einem gigantischen Rettungsschattenfond All in. Über 750 Milliarden Euro stehen nun bereit um klammen Staaten beizustehen um deren Finanzierung zu sichern und um damit das gigantische Schneeballsystem am laufen zu halten. Obendrein wirft die EZB ihre letzten ehernen Grundsätze nun über Bord und kauft nun auch, wie die FED und Bank of England, direkt staatliche und private Anleihen auf. Das sorgt verständlicherweise für deutliche Kurssteigerungen an der Börse, doch ist dies nicht, wie in manchen Schlagzeilen zu lesen eine Feierlaune. Das ist nur das Resultat das diejenigen die seit dem Crash letzten Donnerstag short engagiert waren sich hastig eindecken mussten. Gegen die Notenpresse zu spekulieren hat noch niemandem gut getan.
Doch die EU schlägt damit einen Weg ein aus dem es kein Entkommen mehr gibt, wer All in geht muss bis zum Showdown. Und für diesen sieht es nun weiter noch düsterer aus, der Weg in die Inflation ist nun auch in Europa vorbestimmt. Angesichts der Summen die mittlerweile im Spiel sind, wird es den Notenbanken nicht mehr möglich sein zu einer vernünftigen Geldpolitik zurückzukehren. Die Zinsen werden viel zu lange viel zu niedrig bleiben müssen. Würden die Notenbanken die Zinsen anheben bricht das Kartenhaus der astronomischen Schulden völlig zusammen. Die ganze EU hängt da nun komplett mit drin. Eine Pleite einzelner Staaten ist nicht mehr möglich, dafür werden nun alle zusammen unter gehen. Die wage Hoffnung der Staaten besteht darin, dass die Finanzmärkte sich von diesem Spiel einlullen lassen und so bereit sind zu Niedrigzinsen die horrenden Staatsschulden weiter zu finanzieren. Kurzfristig bis zum nächsten Jahr oder zwei Jahren mag das gut gehen. Vorrausgesetzt die Leitzinsen bleiben weiterhin nahe Null und ermöglichem so jeder Bank die sich an diesem Schneeballsystem beteiligt vermeintlich risikoloses Einkommen.
Die Rettung wurde vielfach als alternativlos beschrieben. Der Ankündigungseffekt auf die Märkte ist sicher enorm, insbesondere da die EZB nicht genau spezifiziert welche Anleihen sie aufkaufen wird, sondern nur das. Es werden damit aber auch weiterhin nicht die strukturellen Probleme und die Probleme einer hohen Schuldenlast gelöst. Es wird nur alles aufgeschoben in der Hoffnung es werde sich schon von selbst lösen, oder weginflationiert werden. Wenn ein Staat seine Schuldenlast nicht mehr tragen kann, so muss er umschulden, daran gibt es keinen Weg vorbei. Insbesondere wenn ein Staat nichtmal auf diesem niedrigen Niveau der Leitzinsen es schafft sich zu refinanzieren! Argentinien ist diesen Weg eines Staatsbankrotts gegangen und auch Russland. Vorallem Russland steht heute wieder wesentlich besser da, ein Staatsbankrott ist kein Untergang. Ein Bankrott ist zwar hart aber notwendig. Wenn die Schulden einfach immer weiter erhöht werden, fressen die Zinsen und Zinseszinsen den Staatshaushalt immer mehr auf und schränken die Handlungsfähigkeit immer weiter ein. Der Staat ist dann nur noch die Geisel der Finanzmärkte und mit ihm die gesamte Bevölkerung.
Die Alternative wäre gewehsen ein geordnetes Verfahren auf den Weg zu bringen, dass es erlaubt Staaten wie Griechenland ihre Schulden umschulden zu lassen und dabei gleichzeitig die Gläubiger vor einem Kollaps bewahrt. Vielleicht solche Staaten die wie Griechenland große strukturelle Probleme durch den Euro erleiden, sogar ganz aus der Eurozone zu entlassen, in eine neue eigene Währung und diesen Weg mit einem Rettungspaket zu begleiten, bis die Finanzierung gesichert ist. Aber dazu war nun keine Zeit mehr, auch wenn die Probleme schon lange bekannt waren, so hat man bis zur letzten Minute gewartet bevor die Märkte einstürzen. Die Kurse und auch in gewissener Weise aber dennoch kleinen Ausmaße die Spekulanten haben durch die steigenden Anleihezinsen schon seit Herbst letzten Jahres auf die Probleme hingewiesen. Aber Politiker schimpfen lieber auf Spekulanten, als dass sie die Indikatoren für vorrausschauende Politik nutzen würden.
Mehr zum Thema:
FTD: EZB kopiert Hemmungslosigkeit der Fed
FTD: Die Löcher im Rettungsschirm
ZeroHedge: Summary Of The Biggest Bail Out Ever: Even Keynes Is Spinning In His Grave
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Kommentare
One Comment on Die EU öffnet die Schleusen
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unknown on
Tue, 11th May 2010 13:17
Tja, die EU öffnet die Schleusen und zeigt damit deutlich, dass man in Not geratene Länder auf Teufel komm raus retten will. Und dabei hält man sich nichteinmal an die eigenen Regeln (siehe auch: http://bit.ly/d5f1zC ) – wenn das nicht mal zum Eigentor wird…
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