Die Staaten in der Schuldenfalle
Ein geflügelter Spruch aus der Medizin lautet “Operation gelungen – Patient Tot” die Finanzkrise könnte dies bald umschreiben in “Operation gelungen – Arzt tot”. Während sich die Staaten weltweit darum bemüht haben die Folgen in der Finanzkrise zu bekämpfen, die Banken zu retten und die Konjunktur wieder anspringen zu lassen, ist ihre ohnehin schon starke Verschuldung massiv angestiegen. Galt davor eine jährliche Verschuldung von 3% des BIP als Schmerzgrenze so sind dieses Jahr zweistellige Prozentraten keine Seltenheit. England zum Beispiel dürfte in diesem Jahr eine Verschuldungsquote von 12 % des BIP erreichen, die USA gar 12,3 Prozent. Bei fallenden Steuereinnahmen und kaum Aussicht auf baldiges Wachstum dürfte sich dieser Trend halten und den Staaten ernorme Schuldenberge aufhalsen.
Schon fangen die Ratingagenturen an einzelnen Staaten die Kreditratings herabzusenken. Spanien, Irland, Portugal und Griechenland verlohren schon ihre Kreditratings und wurden herabgestuft. Spanien und Irland büssten dabei ihre Triple A Einstufung ein. Dass bedeuted für diese Länder, dass sie deutlich höhere Zinsen am Kaptialmarkt für ihre Schulden zu bezahlen haben. Eine zusätzliche Belastung, die die Schieflage der Staatsfinanzen der betroffenen Länder weiter verschlimmert. Doch auch England muss um seine Bonitätsnote bangen, so wurde der Ausblick schon auf “negativ” herabgesetzt. Die USA stehen bei den Ratingagenturen noch sehr solide dar, allerdings haben sich die Zinsen am Kapitalmarkt schon deutlich verschlechtet. So liegen die Zinsen zehnjähirgen US-Staatsanleihen mit 3,7 % schon 0,2 Prozentpunkte über den deutscher Bundesanleihen die bei 3,5% liegen. Dabei hatten liegen die amerikanischen Leitzinsen deutlich unter den in der Eurozone und auch hatten sich viele Anleger während der Finanzkrise in den sicheren Hafen der US-Staatsanleihen geflüchtet. Doch schon lange warnen einige wie z.B. Jim Rogers vor einem langanhaltenden Bärenmarkt in US-Staatsanleihen.
Allerdings werden Staaten anders als die Banken nicht sofort umkippen, es wird eher ein langsames jahrelanges Dahinsiechen sein. Auch wenn schon erschreckend hohe Verschuldungsquoten erreicht sind, so können Staaten auch noch deutlich höhere verkraften. So lebt Japan schon mehere Jahre mit einer Verschuldungsquote die 2008 bei 182,8% lag. Bis dahin haben die meisten Länder noch jede Menge Platz und es dürfte Jahre dauern diese Höhe zu erreichen. Dennoch, durch die hohen Verschuldungsraten ist ein gefärlicher Kreislauf in Gang gekommen. Die Politik könnte jeden finanzpolitischen Spielraum einbüssen und wäre in einer Abhängigkeit von den Ratingagenturen und dem Kapitalmarkt. So könnten am Ende die Staaten tatsächlich zu Geiseln der Finanzmärkte werden, nachdem sie diese erst unter hohen Anstrengungen retten mussten. Welcher Staat wird hier noch aktiv die Aufsicht der Ratingagenturen regulieren und verändern wollen, wenn er eine Abstufung der Bonität fürchten muss?
Denn aktuell lassten gleich mehere sich gegenseitig verstärkende Effekte auf den Staatsschulden, sinkende Wirtschaftsleistung, sinkende Steuereinnahmen, höhere Zinslasten, steigende Zinsen. Der Zustant der Staatsfinanzen wird also weiter sich verschlimmern. Für Deutschland sieht es dabei noch relativ gut aus, doch in England oder vorallem den USA könnten die Staatsschulden aus dem Ruder laufen, so dass sich der Staat nur mithilfe einer Inflationierung der eigenen Währung wieder aus diesem Kreislauf befreien könnte.
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Kommentare
One Comment on Die Staaten in der Schuldenfalle
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Finanznachrichten.info on
Tue, 17th May 2011 08:39
Neuer Wirtschaftsminister setzt sich ins gemachte Nest…
Er kam, um das deutsche Gesundheitssystem zu reformieren, aber er scheiterte. Philip Rösler, studierter Medizin, war zum Aushängeschild der Liberalen geworden und hatte hehre Ziele. Umgesetzt hat er davon nichts, stattdessen die Flucht ergriffen – und …
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