FED senkt Zins nahe Null und befeuert damit die Wall Street
So niedrig standen die Zinsen noch nie und niedriger werden sie auch nie fallen können. Die US-Notenbank FED gab heute bekannt, die Leitzinsen auf einen Korridor zwischen 0% und 0,25% zu senken. Tiefer gehts nicht. Erwartet worden ware mehrheitlich ein Zinschritt zwischen 0,5% und 0,75%. Zuvor waren sie schon auf dem äußerst niedrigen Niveau von 1%, dass auch während des Platzens der Dot-Com Blase nicht unterschritten wurde. Damit kämpft die FED nun massiv gegen die Rezession und aufkommende Deflation mit praktisch kostenlosem Geld an.
Besonders die fallenden Verbraucherpeise, die das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington gemeldet hatte, haben den Spielraum der Fed noch einmal erweitert. Die Verbraucherpreise sanken auf Monatssicht um 1,7 Prozent. Dies ist der stärkste monatliche Preisrückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1947.
Vorallem aber übertrafen sich im Vorfeld die Konjunkturdaten mit katastrophalen Zahlen. So brachen die Wohnbaubeginne im November um fast 19 Prozent ein. Die Baugenehmigungen stürzten um 15,6 Prozent ab.
FED will nun verstärkt notleidende Kredite und amerikanische Staatsanleihen aufkaufen
Fed Chef Ben Bernancke ging sogar so weit anzukündigen, dieser Zustand der Leitzinsen würde wohl “für einige Zeit” andauern. Der Beschluss im Offenmarktaussschuss für die Zinssenkung viel einstimmig. Nun wird sich die FED in Zukunft, da die Zinspolitik erschöfft ist, vorallem auf kreative Möglichkeiten beschränken müssen. Dazu gehören der Aufkauf von Schulden der beiden Hypothekenverbriefer Fannie Mac und Freddie Mae sowie problembehafteter, mit Immobiliendarlehen hinterlegter Wertpapiere. Damit sollen die Spannungen auf dem Kreditmarkt behoben werden, so dass die Banken wieder verstärkt anfangen Kredite zu vergeben. Die bisher schon angelaufenen Programme sollen dazu erweitert werden.
Darüber hinaus will die Fed den Aufkauf lang laufender US-Staatsanleihen prüfen. Damit würde sie nicht nur Liquidität auf den Markt pumpen. Wegen der höheren Kurse für die Staatspapiere würden sich zugleich die mittelfristigen Zinsen nochmals verringern.
Starker Kursanstieg an der Wall Street nach der Entscheidung
Die Fed hat mit der Zinsentscheidung eine fulminante Schlußrally an der Wall Street ausgelöst. Der Dow Jones Index schloss mit einem Plus von 4,2% auf 8.924 Punkten. Besonders die Finanzaktien profitieren natürlich davon und so lagen JP Morgan Chase und die Citigroup an der Spitze der Gewinnerliste mit
11,22% und knapp 13% im Plus. Dies sollte auch den DAX im morgigen Handel kräftig beflügeln, zumal einige Anzeichen auf einen erfolgreichen Abschluss der Bodenbildung hindeuten. So hat die Zinssenkung den DAX außerbörslich auf 4847 Punkte angehoben. So ist die positive Kursreaktion der Aktie nach den eigentlich grauenhaften Quartalszahlen von Goldman Sachs im frühen Handel ein klares Zeichen dafür, dass der Boden erreicht ist.
Der Dollar hat dagegen nach der doch überraschend starken Zinssenkung deutlich gegenüber dem Euro verlohren und schloss bei einem Kurs von 1,4051$ gegenüber dem Euro. Doch halte ich dies nur für eine kurzfriste Eurostärke, da auch die Europäischen Zentralbanken den Zinsen der FED nach unten folgen müssen.
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Kommentare
One Comment on FED senkt Zins nahe Null und befeuert damit die Wall Street
-
Federal Reserve (FED) hebt Diskontsatz an on
Fri, 19th Feb 2010 14:23
[...] Leitzins selbst wurde zwar auf seinem Niedrigniveau belassen, das Anheben des Diskontsatzes jedoch von 0,50 Prozent auf 0,75 Prozent zeugt davon, dass es bald [...]
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