Goldman Sachs verdient prächtig
Trotz oder vielleicht auch grade wegen der Finanzkrise hat die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs im abgelaufenen Quartal prächtig verdient und damit 2,7 Milliarden Dollar verdient. Vor der Sonderdividende die für die erhaltene Staatshilfe ausgeschüttet werden muss, waren es sogar 3,4 Milliarden Dollar. Die Bank hat es wesentlich besser als andere verstanden durch die Krise zu kommen und nur ein Quartal Verluste geschrieben. Damit kam Goldman Sachs dem so viel zitierten 25% Eigenkapitalrenditeziel von Ackerman mit nach eigenen Angaben 23% sehr nahe. Die Bank Goldman Sachs hat dadurch die Erwartungen der Anlalysten deutlich übertroffen. Für einen Kurssprung der Aktie reichte es allerdings nicht, es waren gute Zahlen erwartet worden. Nicht umsonst hatte die Aktie schon seit Jahresbeginn 70 Prozent zugelegt.
Die Zahlen von Goldman Sachs werden in der Presse wie hier beim Handelsblatt vorallem dadurch überschattet, dass Goldman Sachs Manager nach Erhalt der Staatshilfe massiv eigene Aktien verkauft haben um noch schnell Geld mitzunehmen. Ist natürlich eine schöne Geschichte um nicht näher die Zahlen beleuchten zu müssen. Dabei ist doch eigentlich viel interessanter wie eine Bank in der größten Finanzkrise so erstaunlich viel Geld verdienen konnte.
Durch die außerordentlich erfolgreichen Geschäfte hat Goldman Sachs auch gleich den Grundstein für weitere profitable Geschäfte gelegt. So sind nach Veröffentlichung der Quartalszahlen die Kosten für CDS Versicherungen auf Kredite an Goldman Sachs deutlich gefallen. So kostet ein Goldman Sachs CDS nur noch 142 statt wie am Monat noch 150 Basipunkte.
Doch woher kommt das meiste Geld?
So hat Goldman Sachs eine erstaunliche Steigerung der Einnahmen aus dem Trading Bereich. So nahm die Bank hier 10,78 Milliarden Dollar ein. Das ist der mit Abstand größte Posten und ist für den größten Teil der insgesamt 13,761 Milliarden Dollar verantwortlich. Eine beachtliche Steigerung um 93% als im zweiten Quartal 2008 und immer noch erstaunliche 51% höher als im ersten Quartal. Hier hat vorallem die Rally an den Börsen gewaltige Summen in die Kassen von Goldman Sachs gespühlt. Hauptsächlichen Anteil daran hat der Bereich FICC (Fixed income, Commodities and Currencys) mit Einnahmen von 6,8 Milliarden Dollar. Dabei beschreibt Goldman Sachs das Geschäft als sehr Kunden getrieben, hier sind wohl vor allem institutionelle Investoren gemeint. Wie viel der Tradinggewinne nun auf den automatischen hochfrequenz Handel zurückzuführen sind, der durch den Code Diebstahl von Sergey Aleynikov unter neuem Licht betrachtet werden muss, ist nicht ersichtlich und wird nicht ausgewiesen.
Goldman Sachs schüttet auch wieder beherzt Geld an seine Angestellten aus, so stieg der Posten Compensations and Benefits von 4,7 Milliarden Dollar auf 6,649 Milliarden Dollar. Ob hier schon wieder das Geld, dass aus riskanten Geschäften erwirtschaftet wird anstelle in einer adequate Risikovorsorge zu stecken wieder einfach under den eigenen Leuten verteilt wird, muss sich erst noch zeigen. Es scheint aber hier in diesem Punkt wieder genauso weiterzugehen wie vor der Krise. Damit gibt Goldman Sachs der Branche kein gutes Vorbild, auch wenn man selbst duch seine herrausragende Stellung die Risiken selbst im Griff hat. Dabei muss sich auch Goldman Sachs bewusst sein, dass die Tradinggewinne die durch die rasante Börsenrally im zweiten Quartal zustande kamen, nicht ewig zu weiter sprudeln werden.
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