Griechische Staatsanleihen vor riesigem Ausverkauf

December 8, 2009 by
Filed under: Anleihen 

Das der griechische Staatshaushalt nicht grade einer der gesündesten der Eurozone ist, ist schon lange bekannt. So dürfte der Schuldenstand Griechenlands Ende 2010 eine Höhe von 125% des griechischen BIP ausmachen und aktuell liegt der griechische Staatshaushalt 2009 bei einem Defizit von 12,5% des BIP. Also weit entfernt der Maastricht Kriterien, dabei war Griechenland nicht sonderlich stark von der Finanzkrise betroffen, auch wenn die Rezession noch weiter anhält. Die Probleme in Griechenland sind eher struktureller Natur, doch könnte der Staat diesen Schuldenstand noch für eine ganze Weile aushalten und weiterfinanzieren. Von einer Staatspleite ist Griechenland also noch weit entfernt, brechen schon eine Weile die griechischen Staatsanleihen ein und die Preise für CDS auf griechische Staatsanleihen klettern wieder, wie zur Zeiten mitten in der Finanzrkise, ich hatte über die griechischen Probleme am Anleihemarkt schon berichtet. Nun gerät aber Griechenland durch drohende Abstufungen in eine prekäre Zwickmühle und dies könnte ein massiver Abverkauf griechischer Staatsanleihen zur Folge haben.

So hat Standard & Poor’s schon am Montag den Ausblick für die Bonität der griechischen Staatsanleihen auf “Creditwatch Negative” gesetzt, dass deutet auf eine drohende Herabstufung in den kommenden zwei Monaten hin. Fitch hat dagegen heute schon für vollendete Tatsachen gesorgt und die Bonität von Griechenland von A- auf BBB+ gesenkt. Dies hat zu heftigen Reaktionen auf dem Anleihemarkt gesorgt besonders längerfriste griechische Staatsanleihen verlohren kräftig, doch auch der Aktienmarkt zeigte eine sofortige Reaktion und der DAX hat kräftig verloren.

Griechischen Staatsanleihen droht der große Crash

Dabei ist das eigentliche Problem für die Staatsanleihen nicht die eigentliche Solvenz Griechenlands. Die Sorgen um diese sind auf kurz und mittelfristiger Sicht völlig absurd, wie auf A Fistful of Euros zu lesen ist. Das eigentliche Problem liegt bei der EZB und der Refinanzierung der griechischen Banken. Bis zum Herbst 2008 mussten Anleihen mindestens ein Rating von A- aufweisen um bei der EZB als Sicherheit für Liquidität hinterlegt werden zu können. Dies wurde im Rahmen der Finanzkrise auf BBB- ausgeweitet. Sollte die EZB aber wieder die Regeln strenger setzen und wie vor der Krise nur noch mindestens A- akzeptieren bekommen die griechischen Banken ein gewaltiges Problem, denn diese halten, wie viele nationale Banken, riesige Bestände an griechischen Staatsanleihen, die sie bei der EZB hinterlegt haben. So habe zum Beispiel die Alpha Bank , wie die FTD schreibt 85% Prozent ihres Bondportfolios bei der EZB hinterlegt um Liquidität zu bekommen. Sollte die EZB also die Regeln wieder verschärfen, könnten nach der Abstufung die griechischen Banken gezwungen sein ihre griechischen Staatsanleihen auf den Markt zu werfen und stattdessen Staatsanleihen anderer europäischer Länder zu kaufen. Dies wäre ein gigantischer Ausverkauf, da auch keine andere europäische Bank ernsthaft als Käufer dieser Papiere auftreten könnte. Die Zinsen die der griechische Staat für seine horrenden Schulden zahlen müsste, würden sich damit massiv verteuern, der Renditeabstand bei 10 jähriger Laufzeit liegt schon jetzt bei 230 Basispunkte über deutschen Staatsanleihen. Das könnte der entgültige Todesturz für den Staatshaushalt bedeuten, wenn Griechenland es nicht schafft oder nicht gewillt ist ihn zu konsolidieren.

Griechenland der EZB ausgeliefert

Griechenland ist damit schon jetzt ganz dem Wohlwollen der EZB ausgeliefert, die natürlich noch lange die in der Finanzkrise aufgeweichten Hinterlegungslregeln für Anleihen beibehalten kann. So mancher wird in der Eurozone allerdings ganz froh darüber sein, dass die Probleme Griechenlands dafür sorgen den Euro im Vergleich zum Dollar nicht zu stark werden zu lassen.

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Kommentare

One Comment on Griechische Staatsanleihen vor riesigem Ausverkauf

  1. Finanznachrichten.info on Wed, 26th Oct 2011 10:10
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