Größter Spekulant für griechische CDS entdeckt
Die Wirklichkeit ist oft absurder als jede erdachte Geschichte. Wie sich wohl nun herrausstellt, ist ausgerechnet die staatliche griechische Postbank wohl der größte Spekulant, der auf den Bankrot des eigenen Staates gewettet hat. Dabei auch noch ziemlich großen Profit erwirtschaftet hat. So kaufte die Hellenic Post Bank im August 2009 für 950 Millionen Euro CDS auf griechische Staatsanleihen. Interessanterweise genau in dem Monat an dem der CDS Kurs für 5 jährige Staatsanleihen mit 110-120 Punkten nahe seinem Tiefstkurs nach der Finanzkrise angekommen war. Seit August jedoch stiegen die Kurse für die CDS stark an, was sicherlich auch grade der große Position der griechischen Postbank geschuldet war. Denn die 950 Millionen entsprachen 15% aller begebenen CDS auf griechische Staatsanleihen.
Im Dezember verkaufte dann die griechische Postbank ihre CDS Positionen als der Spread zu den deutschen Staastanleihen mitlerweile 235 Basispunkte betrug. Dabei machte die griechische Postbank einen Gewinn von 35 Millionen Euro, nachdem im Oktober das Management der Bank gewechselt hatte. Im Dezember schwankte der Preis für die CDS für 5 jährige Staatsanleihen zwischen 150 und 270 Punkten. Durch diesen Kauf in dem Markt von 8 Milliarden Euro von griechichen CDS im letzten Jahr, hat die Bank damit ein deutliches Momentum erzeugt. Dieses hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass die Preise für CDS nicht mehr zurückgegangten sind. Sondern im Gegenteil durch die steigenden Kurse und die nun einsetztenden Medienberichte über die griechische Schuldenkrise erst die ganzen anderen Fonds und Banken angelockt hat, die nun auf steigende CDS setzen wollten. Ob nach dem Verkauf im Dezember wieder Positionen in CDS aufgebaut wurden kann von hier aus nicht gesagt werden.
Die griechischen Geheimdienste müssen also nicht weite Wege gehen um die Spekulanten auf dem CDS Markt ausfindig zu machen. Die Hellenic Post Bank liegt gerade einmal Häuserblöcke entfernt vom griechischen Parlament. In Griechenland schien ja vorher schon alles möglich, aber eine staatlich kontrollierte Bank die in suizidaler Anwandlung eine Kursrally gegen den eigenen Staat lostritt ist wirklich grotesk.
Manchmal kann man wirklich das Risikomanagement der eigenen Positionen übertreiben. Zwar liegt es irgendwo nahe, dass wenn man wohl wie die griechische Postbank, Unmengen an Staatsanleihen hält diese absichern möchte. Aber wenn man durch die Höhe der Absicherungsgeschäfte diese Anleihen erst richtig unter Druck bringt, wird dabei jedes Risikomanagement konterkariert. Die Preise für CDS sind ja schliesslich auch ein Risikoindikator. Man sollte jedenfalls nicht gleich 15% des gesamten Handeslvolumen in nur einem Monat aufnehmen. Im letzten Jahr lagen die gesamten austehenden CDS auf griechische Staatsanleihen etwa bei 6 Milliarden Euro.
Mehr dazu :
The Biggest Greek CDS Speculator Has Been Uncovered – Culprit Is… Greek State-Controlled Hellenic Post Bank!
TT bet against Greece
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Kommentare
3 Comments on Größter Spekulant für griechische CDS entdeckt
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Frische Bookmarks vom 19.03. bis 23.03. | Philipp Moehring on
Wed, 24th Mar 2010 09:11
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SZenso » Blog Archive » Hartz IV für Griechenland on
Fri, 30th Apr 2010 01:20
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Aktienfrank on
Sun, 30th Oct 2011 13:04
[...] Größter Spekulant für griechische CDS entdeckt – das ist ein ziemlicher Hammer. Die griechische Postbank hielt 15% der CDS am Markt. [...]
[...] und somit auch finanzielle Ungleichgewichte schafft, das ist und bleibt nun mal alternativlos. Die Spekulanten auf dem Finanzparkett sind gewiss nicht für die grieschiche Tragödie verantwortl…, denn sie verrichten nur Gottes Werk. Die enormen Militärausgaben sind auch keine Ursache der [...]
Hahaha, das ist mal eine schöne Geschichte, das wusste ich noch garnicht. So ist es doch aber meistens. Als ich den Titel dieses Posts gelesen habe, hätt ich ja auf die EZB als größten CSD Spekulanten getippt… j
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