Horrortag der Autobranche, GM und Ford droht Pleite
Die Lager in der Automobilindustrie spitzt sich dramatisch zu. Von Asien über Europa bis zu den USA melden die Automobilbauer Horrorzahlen. GM droht Anfang 2009 die Pleite!
Den Anfang an diesem Horrortag für die Autokonzerne machte Toyota der seine Jahresprognosen drastisch zusammenstreichen musste. Besonders der starke Yen hat dem ansonsten erfolgsverwöhnten Automobilbauer aus Japan schwer zugesetzt. An der japanischen Börse sorgte das für eine regelrechte Panik an der Börse und der Handel mit Toyota Aktien musste ausgesetzt werden. Im Anschluss daran mussten die deutschen Automobilbauer drastische Absatzrückgänge im Oktober vermelden. So brach der Absatz bei Daimler im August um 18,1% im Jahresvergleich ein, vorallem betroffen dabei der Absatz in die USA und Westeuropa. Bei BMW war man sogar froh mit einem Abschlag von 8,3% davongekommen zu sein.
GM und Ford mit existenzbedrohenden Verlusten
Dann waren heute die amerikanischen Kapitalvernichter Ford und GM dran Quartalszahlen zu berichten. Den Anfang machte Ford und schockte die Märkte mit einem massiven Quartalsverlust. Ford verlohr allein im letzten Quartal im operativen Geschäft 2,98 Mrd. Dollar und verbrauchte, die ansonsten nur von Pleitebanken übertroffene, Summe von 7,7 Mrd. $ seiner Kapitalreserven. Grund ist auch hier ein massiver Absatzrückgang, so brach die Nachfrage um ein Fünftel ein. Für Ford wird es nun eng es verbleiben nur noch 29,6 Mrd. an Liquidität für den weiteren Betrieb. Bei weiteren desaströsen Quartalen kann man sich mitlerweile das Ende von Ford an einer Hand abzählen. Als Gegenmaßnahme streicht Ford nocheinmal 10% seiner Stellen. Doch wenn die Nachfrage weiter stärker sinkt, als die Leute rausgeworfen werden können sieht es eng aus.
Auch GM schockt mit Horrozahlen, so verbuchte der amerikanische Konzern einen operativen Quartalsverlust von 2,5 Millarden Dollar. Doch beim einstigen größten Automobilbauer sieht es mittlerweile so düster aus, dass GM in der heutigen Meldung gezwungen ist, von einem Liquiditätsengpass im ersten Halbjahr 2009 zu warnen, sollte sich die Lage nicht verbessern. Erste Versicherungen haben vorher schon die Konsequenzen gezogen und wälzen die Risiken auf die Zulieferfirmen ab. So hat Euler Hermes den Versicherungsschutz für Lieferanten von Opel und Ford mit Wirkung vom 20. Oktober aufgehoben und alle bestehenden Limite auf General Motors und Ford auf Null gesetzt.
Sollte hier nicht bald wie in der Finanzindustrie den Unternehmen massiv unter die Arme gegriffen werden, so droht zumindest in den USA der Untergang einer ganzen Industrie mit hundertausenden von Arbeitslosen. So ruft die Branche den amerikanischen Staat auf 50 Millarden Dollar zuzuschiessen. Der amerikanische Staat scheint jedenfalls nun schon die ersten Signale zu senden, die für eine entsprechende Hilfe sprechen würde. Doch die Industrie muss es schaffen diese gigantische Kapitalvernichtung zu stoppen. Es wird kein leichter Weg sein. Zumal die Nachfrage, bei steigender Arbeitslosigkeit in den USA und weiter hohe Schuldenberge, auch grade bei Kreditkarten, auf absehbare Zeit so leicht nicht wieder steigen wird.
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