JP Morgan übertrifft die Erwartungen deutlich
Noch spannender als die Zahlen von Goldman Sachs morgen, wurden die heutigen Zahlen fürs 3te Quartal von JP Morgan erwartet. Denn anders als Goldman Sachs ist JP Morgan nicht nur eine reine Investmentbank. Das Investmentbanken quasi die reinsten Gelddruckmaschinen sind, wenn sie von der FED Geld praktisch gratis zur Verfügung gestellt bekommen, haben die Investmentbanken in den vergangenen Quartalen ja schon bewiesen. Viel spannender war eher die Frage nicht ob Gewinne erzielt wurden, sondern nur noch wie viel mehr als von den Analysten erwartet und insbesondere wie sich die anderen Geschätfteile schlagen. Der von JP Morgan gemeldete Quartalsgewinn war dann auch in der Tat äußerst beeindruckend und lag weit höher als von vielen Experten vorher erwartet. So war es dann nicht verwunderlich das die Börsen diese Zahlen mit einer kräftigen Kurssteigerung aufnahmen und den DAX und Dow Jones auf neue Jahreshochs brachten. So hat der Dow Jones heute wieder die 10.000 Punkte Marke geknackt.
Die amerikanische Großbank JP Morgan hat im abgelaufenen dritten Quartal sagenhafte 3,6 Milliarden Dollar (2,4 Mrd. Euro) verdient und damit die kühnsten Erwartungen übertroffen, wie das Handelsblatt schreibt. So wurden die schon starken ersten beiden Quartale in diesem Jahr deutlich übertroffen, in Q2 lag der Gewinn für JP Morgan noch bei 2,7 Milliarden und in Q1 bei 2,1 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal lag der Gewinn lediglich bei 527 Millionen Dollar, was aber angesichts der Finanzkrise noch sehr beachtlich war. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde der Großteil des Gewinns im Investmentbanking erzielt, satte 1,9 Milliarden Dollar. Doch auch andere Geschäftsteile zeigten schon deutliche Stärke, wie das Privatkundengeschäft in dem eine Milliarde verdient wurde.
Dagegen stehen deutliche Verluste bei Konsumentenkrediten und Kreditkarten. Bei den Konsumentenkrediten hat JP Morgan eine Milliarde Dollar verlohren und bei den Kreditkarten 700 Millionen Dollar. Das lag auch vorallem daran, dass zusätzliche 2 Milliarden Dollar als Risikovorsorge bei Konsumentenkrediten gebildet werden musste. So liegt die gesamte Risikovorsorge in diesem Bereich nun bei 31,5 Milliarden Dollar, wie JP Morgan betont eine starke Zahl für die Branche. Allerdings spiegelt sich in ihr auch die durch die Arbeitslosigkeit steigenden Ausfallraten wieder.

(Quelle JP Morgan)
Wie man gut an den Schaubildern der säumigen Schuldner, die länger als einen Monat mit ihren Zahlungen in Verzug sind, nimmt dieses Problem auch bei JP Morgan immer weiter zu. Insbesondere der Subprimebereich weist mittlerweile eine Säumigkeitsrate von nahezu 35% auf! Doch auch reguläre Hypotheken und Hauskredite weisen weiter steigende Säumigkeitsraten auf. JP Morgan sieht zwar erste Zeichen einer Entspanung bei den Verbrauchern, doch sie müssen selbst eingestehen, dass es noch viel zu früh seih daraus einen Trend abzulesen. Vielmehr wird der Druck auf die Banken weiter stark zunehmen. So nehmen die säumigen Schuldner rasant zu, die nun mehrere Monate schon in Verzug geraten sind. Die weiter steigende Arbeitslosigkeit in den USA wird ihren Teil dazu beitragen diese Raten weiter steigen zu lassen. Das wird insbesondere diejenigen Banken hart treffen, die kein Investmentbanking haben um die Verluste aus den Kreditgeschäften auszugleichen. So spricht auch JP Morgan in der Analystenkonferenz unverblümt davon, dass wohl noch mehere hundert Regionalbanken in dieser Krise verschwinden werden. “..we believe you are seeing several hundred additional smaller regional based banks go– you know, not make it..”
Wer Interesse hat, der kann sich das Transkript der Analystenkonferenz zu JP Morgan hier herunterladen:
Gefunden habe ich es auf Zero Hedge.
Schauen wir uns nun noch zum Schluss den Chart von JP Morgan an. Interessant ist vor allem, dass mit einem Kurs von 47,19 Dollar, die Aktie von JP Morgan fast wieder ihren Höchststand von 53,35 Dollar aus dem Mai 2007 erreicht. Allerdings hat sich JP Morgan auch in der Finanzkrise unter kräftiger Unterstützung der FED noch Bear Stearns und Washington Mutual einverleibt.

Sollten die Gewinne aus dem Investmentbanking weiter so sprudeln, so kann es gut sein, dass die alten Höchsstände schon bald überwunden werden und JP Morgan wohl die erste Bank sein wird, deren Aktienkurs über das Vorkrisenlevel gestiegen ist. So kann Jamie Dimon ein weiteren Erfolg für sich verbuchen und hat die Bank als eine der besten durch die Finanzkrise geführt. Manche sehen ihn schon als den “Retter der Wall Street”. Denn anders als Goldman Sachs hat JP Morgan nicht nur geschäftlichen Erfolg sondern hat sich dabei ein Gutes Image erhalten.
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