Kollaps beim Verkauf neuer Häuser in den USA – Double Dip im amerikanischen Immobilienmarkt

June 23, 2010 by
Filed under: Konjunktur 

Nun ist es im amerikanischen Häusermarkt offiziell zu einem kräftigen double dip gekommen. Nachdem die Steuerboni für den Kauf von Immobilien im April auslief ist nun im Mai der Verkauf neuer Häuser massiv um auf ein neues Allzeittief eingebrochen. Damit werden noch die Niveaus auf 2009 deutlich unterschritten. Damit liegen die Verkäufe neuer Einfamilienhäuser um 32,7 Prozent, erwartet wurde ein Minus von 18,7%, unterhalb der Zahlen aus dem April und ganze 18,3 Prozent unter dem Mai letzten Jahres, dem eigentlichen Höhepunkt der Panik an den Finanzmärkten. Auch wurden deutliche Berichtigungen nach unten an den Zahlen vom April und März vorgenommen.

Damit sieht der amerikanische Immobilienmarkt wieder sehr düster aus. Die bisherige schwache Erholung war somit einzig und allein dem staatlichen Hilfprogramm geschuldet, durch das Hauskäufer eine Steuergutschrift bekamen. Allerdings zeigen die dramatischen Zahlen auch wie begrenzt solche staatlichen Konjunkturprogramme sind, wenn sich nicht gleichzeitig die Rahmenbedingungen ändern. Ändern diese sich nämlich nicht, so ist das rausgeworfenes Geld der Staates, das in höheren Schulden bestehen bleibt. In Amerika gibt es immer noch einen riesengroßen Überhang von bestehenden Häusern aus dem Platzen der Immobilienblase, die immer noch den Markt belasten und für die sich keine Käufer finden. Auch sind viele Amerikaner immer noch von einer erdrückenden Schuldenlast belastet und können gar nicht daran denken sich ein eigenes Haus zu kaufen, zumal die Erwartungen der Preisentwicklung weiterhin mies bleibt. Und der Vorrat an Häusern steigt durch die geringen Verkäufe weiter an. So sind im Mai nun für 8,5 Monate im vorraus neue Häuser vorhanden, im April lag dieser Wert noch bei 5,8.

Besonders gut sieht man diesen kräftigen Einsturz im Verkauf neugebauter Einfamilienhäuser im Diagramm des Blogs CalculatedRisk der regelmässig unter anderem über die Entwicklungen am amerikanischen Immobilienmarkt berichtet. Besonderen Augenmerk sollte man aber auch auf die Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Bisher wie im Diagramm zu sehen, sind nach jeder Rezession die Verkäufe neuer Häuser klar angezogen. Diesmal ist es völlig anders, die Verkäufe liegen nun sogar tiefer als während der Rezession. Das lässt nichts gutes ahnen. Ein einbruch am Immobilienmarkt ist oft ein Vorzeichen für eine Rezession. Nach dem double Dip im Immobilienmarkt dürfte der amerikanischen Konjunktur auch ein Double Dip bevorstehen.

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Kommentare

One Comment on Kollaps beim Verkauf neuer Häuser in den USA – Double Dip im amerikanischen Immobilienmarkt

  1. Aus anderen Blogs | Kapitalmarktexperten.de on Thu, 24th Jun 2010 07:36
  2. [...] vom amerikanischen Häusermarkt veröffentlicht wurden, stellt der Spekulantenblog einen “Kollaps beim Verkauf neuer Häuser in den USA” fest und vermutet ein Double Dip im amerikanischen [...]

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