MACD Indikator – Seitwärtsphasen mit dem ADX herausfiltern
Eigentlich liegt die Artikelserie zum MACD schon ein wenig zurück. Doch wurde ich vom Leser Claus Lampert auf einen sehr interessanten Aspekt ausmerksam gemacht der die Qualität der durch den MACD generierten Signale noch erheblich verbessern kann. Der MACD Indikator hat, da es sich um einen Trendindikator handelt, eine ganz entscheidende Schwäche. Der MACD liefert für Seitwärtsphasen nur sehr schlechte Signale, sie können sogar regelmäßig für kleine Verluste sorgen. Ziel ist es daher durch einen Filter rechtzeitig Seitwärtsphasen herauszufiltern.
ADX Indikator als Filter für den MACD
Mit der Abkürzung ADX ist der Average Directional Index gemeint. Er wurde von W. Wilder vorgestellt, die Aufgabe des Indikators besteht ausschliesslich darin die Trendstärke zu bestimmen. Der ADX macht dabei keine Aussage in welche Richtung der Trend verläuft. Dabei ist der ADX die geglättete Variante des Directional Movement Index. Man erhält vereinfacht gesprochen den ADX Indikator dadurch, dass indem zunächst die aufwärtsgerichteten bzw.abwärtsgerichteten Kursveränderungen ermittelt werden. Beide werden jeweils mit der sogenannten True Range dividiert. So erhält man zwei Teilindikatoren, einmal den Positive Directional Index und den Negativ Directional Index. Nun wird als Zwischenschritt der Directional Movement Index (DMI) berechnet. Diesen erhält man aus der absoluten Differenz der beiden Teilindikatoren geteilt durch ihre Summe. Um nun auf den Average Directional Movement Index zu kommen muss der DMI noch geglättet werden. Dabei können je nachdem einfache arithmetische Durchschnitte als auch exponentielle Durchschnitte verwendet werden.
Wer sich genauer für die Formel des ADX interessiert kann diese im Lexikon von Tradesignal nachlesen.
Der ADX kann einen Wert von 0 bis 100 annehmen, dabei weißt der ADX zwei verschiedene Skalenmarkierungen auf. Diese können aber je nach Wert und eigenem Ermessen verschoben werden. Die erste Markierung befindet sich in einem Bereich zwischen 15 und 30. Sollte der ADX unter dieser liegen so bedeuted dies, dass keine trendgerichtete Bewegung im Markt vorhanden ist. Die zweite Markierung liegt in einem Bereich zwischen 30 und 45 und sollte der ADX diese überschreiten, so ist von einem starken Trend auszugehen, der sich auch noch weiter verstärken kann.
Bezogen auf den MACD, der ein Trendfolgeindikator darstellt, kann man folgende Regel aufstellen.
- Liegt der ADX unter einem Wert von 20 (je nach Erfahrungswerten zwischen 15 und 30) so werden Handelssignale des MACD ignoriert
- Hat man eine Position aufgrund eines MACD Signals eingegangen und der ADX fällt unter 20 (je nach Erfahrungswerten zwischen 15 und 30), so wird die Position wieder geschlossen.
Bei niedrigen ADX Werten sollte man auf einen Oszilator ausweichen und nicht mit einem Trendindikator wie dem MACD handeln.
Wendet man diese Regeln an so kann man viele der Fehlsignale aus dem MACD sehr gut herrausfiltern. Als Beispiel möchte ich hier einmal den Chart des letzten DAXanstiegs einfügen, in dem man gut sehen kann dass man im Endeffekt aus der Vielzahl der MACD Signale, lediglich ein paar wenige übrigbleiben, diese aber dafür umso profitabler sind.

Im Chart ist deutlich zu erkennen wie der ADX bei einem Trend in einem Wertebereich über 20 sich aufhält und bei zunehmendem Trend ansteigt. Schwächt sich der Trend ab zu sinkt der ADX wieder und in Seitwärtsphasen verharrt er unter einem Wert von 20.
Man kann hier aber auch sehr gut sehen, dass nach Beachtung aller Regeln aus dieser MACD Artikelserie, lediglich zwei Kaufsignale im DAX in den dargestellten 7 Monaten generiert wurden. Einmal am 10.3.09 und ein weiteres am 14.7.09. Beide waren hoch profitabel. Der erste Trade hätte 1000 Punkte eingebracht und der zweite nocheinmal 600 Indexpunkte. Man hat hier genau die zwei starken Trend im DAX aufgegriffen.
Hier noch eine Übersicht über die bisherigen Teile der Serie
- Teil 1behandelt die Grundlagen des MACD-Indikator
- Teil 2 geht auf das Erkennen und Ausnutzen von Divergenzen im MACD ein.
- Teil 3 behandelt das Kombinieren verschiedener MACD Einstellungen.
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