Mediales Problem der Eurozone, zu viele Staaten
Viele Staaten weltweit ächzen unter zu hohen Staatsschulden, doch in den letzten Wochen und Monaten dreht sich die Berichterstattung seit Griechenland nur noch um die Schuldenprobleme in Europa. Im Zuge dessen wird der Euro immer schwächer im Vergleich zum Dollar, obwohl der Dollar und die USA im Grunde an den gleichen Problemen leiden. Zu hohen Schulden. Doch medial gesehen hat die Eurozone ein handfestes Problem. Während die Schuldenprobleme der USA oder auch von England mal für ein Tag Thema sind, so scheint es mittlerweile, dass die Eurozone Dauergesprächsthema ist. Das liegt vorallem daran, dass jeden Tag über die Probleme eines einzelnen Teilstaates gesprochen wird. Heute zum Beispiel Belgien.
Den Anfang machten die durchaus berechtigen Probleme von Griechenland, die aber verglichen mit ihrem tatsächlichen Anteil an der Eurozone maßlos übertrieben dargestellt wurden. Gerade einmal 6% macht der griechische Anteil am BIP der Eurozone aus. Es folgten dann in wechselnder Reihenfolge und Ausprägung Spanien, Portugal, Italien. Heute zum Beispiel hat es mal Belgien getroffen und die FTD titelt : Belgisches Schuldendesaster weckt Griechenland-Erinnerung. Es werden auch laufend Länder in die Diskussion mit reingezogen, die an sich nichts mit dem Euro zu tun haben wie Ungarn oder Rumänien. Aber auch schonmal über Frankreich wurde diskutiert, ob sie ihr AAA Rating noch verdienen. Oft ist daran nicht die Presse schuld, sondern meist Politiker in verantwortlichen Positionen die nicht ihre Klappe halten können und mit ihren Aussagen die Märkte verunsichern. Manchen Politikern sollte man verbieten irgendetwas öffentlich zu äußern, ohne das es von einem Finanzexperten als unbedenklich eingestuft wurde.
Doch anders als von manchen Marketing-Experten behauptet ist es am Finanzmarkt nicht immer von Vorteil ständig als Schlagzeile in der Presse zu sein. Darunter leidet vorallem der Euro, der so jeden Tag erneut immer mehr in Zweifel gezogen wird. Dabei sieht die Eurozone insgesamt gesehen gar nicht so schlecht aus. So liegt der Verschuldungsgrad in der Eurozone nach den letzten Zahlen aus dem April 2010 bei 79% des BIP, die USA die sich in dem medialen Dauerfeuer auf den Euro gekont wegducken, liegen dagegen bei einer Verschuldungsquote von 82,9% des BIP mit stark steigender Tendenz. Aber wenn mal über die amerikanischen Schulden gesprochen wird, so ist dies meist nur einen Tag lang in den Schlagzeilen. Beim Eurozone wird dagegen jeden Tag ein neues kleines Land mit einem unbedeutenden Anteil am BIP in die Schlagzeilen gezogen.
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Kommentare
One Comment on Mediales Problem der Eurozone, zu viele Staaten
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Nun also auch Japan mit Schuldenproblem » Japan, Staatsschulden, Naoto Kan » Spekulantenblog on
Fri, 11th Jun 2010 18:47
[...] dass vorallem die vielen kleinen Staaten immer wieder den Fokus der Öffentlichkeit auf die Schuldenprobleme der Eurozone lenken, wobei es auch andere Länder gibt die deutlich mehr Schulden angehäuft haben. Dies auch [...]
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