Milliardär und Hedgefondschef Raj Rajaratnam wegen Insiderverdacht festgenommen

October 18, 2009 by
Filed under: Wirtschaftskriminalität 

Diese Finanzkrise hat schon eine ganze Reihe von Skandalen und Wirtschaftskriminalität gesehen, die neue Dimensionen erreicht haben. Nun hat die Wall Street den nächsten großen Skandal. Es geht um Insiderhandel, der zum größten Insiderskandal werden könnte in dem ein Hedgefond verwickelt ist. Denn Ray Rajaratnam ist einer der reichsten Männer Amerikas, er wird auf der Forbes Liste mit einem Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar auf Platz 559 geführt, dazu war Raj Rajaratnam Portfolio Manager des Galleon Group Hedgefonds der insgesamt ein Vermögen von 7 Milliarden Dollar verwaltet. Ray Rajaratnam wurde zusammen mit fünf anderen Managern am Freitag in New York wegen angeblichen Insiderhandels festgenommen.

Ihnen wird Insiderhandel mit meheren Aktiengesellschaften vorgeworfen, insbesondere mit Google. Dabei wird Raj Rajaratnam vorgeworfen Insiderinformationen erhalten zu haben, mit denen der Galleon Technology Funds zwischen January 2006 und July 2007 Gewinne von 12,7 Millionen Dollar erzielt hat. Insgesamt soll Galleon bis zu 20 Millionen Dollar Gewinne durch Insiderinformationen erzielt haben bis zu letzt, auch durch den Handel mit Firmen wie Akamai und Hilton Hotels, wie die New York Times schreibt. Rajaratnam soll dabei ein breites Informantennetz unterhalten haben, weit verzweigt in amerikanischen Unternehmen wie IBM, Intel und von Beratungsfirmen wie McKinsey & Company, aber auch zwei ehemalige Mitarbeiter der untergegangenen Investmentbank Bear Stearns und ein Analyst von Moody’s Investors Service. Die Informanten bekamen dabei entweder Geld von Galleon oder wurden ebenfalls mit Insidertips versorgt. Es könnte also gut möglich sein, dass sich dieser Skandal noch weiter ausbreiten könnte und weitere Personen in diesem Netz aufgedeckt werden.

So soll zum Beispiel Raj Rajaratnam schon vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Google im July 2007 Informationen darüber erhalten haben und auf fallende Aktien spekuliert haben. Alein dabei habe der Hedgefonds 8 Millionen Dollar verdient.

Doch seit Ende 2007 haben sich die Behörden in die Telefongespräche eingeklinkt und diese belauscht. Dies wurde möglich, da ein ehemaliger Mitarbeiter und Zeuge der Sache sich den Behörden schon im November 2007 offenbarte und alles gestand. Er hoffte so mit einer niedrigen Strafe davon zu kommen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen so kann Rajaratnam wohl bis zu 20 Jahren Haft drohen.

Mehr Informationen zum Thema:

New York Times: Hedge Fund Chief Is Charged With Fraud
Huffington Post : Raj Rajaratnam Charged With Insider Trading


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