Nun sind es also schon 135 Milliarden für Griechenland
Nun haben auch die Politiker auf die harte Tour einsehen müssen, dass die bisherige Summe des Rettungspaketes für Griechenland nicht ausreichend war. Statt den bisherigen 45 Milliarden Euro, sollen es nun 135 Milliarden Euro richten. Drei Jahre lang je 45 Millarden Euro Hilfen der EU und des IWF, der Anteil Deutschlands beträgt dabei 8,4 Milliarden Euro pro Jahr. In Deutschland soll es am Samstag den 8. Mai im Bundestag verabschiedet werden. Damit ist Griechenland seine Sorgen mit dem Kapitalmärkten für die nächsten drei Jahren los. Doch die Frage bleibt, ob sich Griechenland in den drei Jahren so weit sanieren kann, dass es an den Finanzmärkten wieder als ein solventer Schuldner gilt.
Denn damit wird immer noch nicht Griechenland gerettet, sondern vielmehr die Banken, die so auch weiter keine Sorgen vor Abschreibungen ihren Griechenlandanleihen fürchten müssen. Der Schuldner Griechenland hat auch nach der Rettung nicht weniger Schulden, sondern die Staaten der EU springen nur ein, da sonst niemand bereit wäre Griechenland Kredit zu gewären. Eine echte Lösung sieht anders aus. Der Hohe Schuldenstand und die desolate Haushaltslage, sowie der marode Beamtenaparat bleiben bestehen. Es sind bisher noch keine Anzeichen zu erkennen wie Griechenland nach drei Jahren seine Probleme so weit in den Griff bekommen könnte, dass es wieder komplett kreditfähig an den Kapitalmärkten wäre. Eine Umschuldung Griechenlands wäre die bessere Lösung gewehsen, zwar wären auch hier wieder Hilfen für Banken fällig geworden damit diese nicht an ihren Abschreibungen zugrunde gehen, aber verglichen mit den 135 Milliarden ist das schon fast ein Nullsummenspiel. Ein Haircut von beispielsweise 30% der hauptsächlich bei staatsnahen deutschen Banken gehaltenen Anleihen von 43 Milliarden Euro, hätte Abschreibungen von 12,9 Milliarden Euro verursacht. (Warum 30%? das wäre in etwa der Betrag um die Schulden Griechenlands wieder auf europäisches Mittel abzusenken) Nun gibt Deutschland Griechenland vorläufig insgesamt 25,2 Milliarden Euro Kredit in den drei Jahren in denen das Rettungspaket angesetzt ist.
Derweil stuft die Ratingagentur S&P munter weiter einzelne Länder der PIIGS herunter. Nachdem neben Griechenland gestern Portugal dran war, hat es heute Spanien getroffen. Spanien wurde von AA+ auf AA heruntergestuft mit negativen Ausblick. Damit ist der Dominoeffekt schon voll im Gange der eigentlich mit einem Rettungspaket hätte verhindert werden sollen. Wenn man schon unbedingt zur Rettung so viel Geld zur Hand nimmt, hätte man es viel früher bereitstellen können um so die sich ausbreitende Panik an den Finanzmärkten einzudämmen.
FTD: Athen bekommt 135 Milliarden
ZeroHedge: S&P On Rampage, Downgrades Spain To AA On “Risks To Budgetary Position”, Outlook Negative
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Kommentare
One Comment on Nun sind es also schon 135 Milliarden für Griechenland
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Thu, 29th Apr 2010 07:58
[...] Die Kollegen vom Spekulantenblog beschäftigen intensiv mit dem Fall Griechenland sowie mit den wohl notwendigen Rettungspaketen, die vermutlich nicht reichen und auch beständig an Volumen zunehmen [...]
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