Öl zu billig?
Nachdem wir meiste Zeit unter einem zu hohen Ölpreis von 140$ gelitten haben und ganze Branchen wie die Flugzeugbranche in ihrer Existenz bedroht waren, ist der Ölpreis nun auf unter 60$ gefallen. Doch das führt nun zu neuen Krisen und kann ganze Staaten in den Ruin stürzen.
Ein weiteres erschreckendes Beispiel für die aktuell völlig aus den Fugen geratenen Märkte. Vor gerade Mal 5 Monaten stand der Ölpreis bei noch über 140$ und die Helden von Goldman Sachs sahen ihn schon bei 200$ stehen. Die Verbraucher in den westlichen Ländern stöhnten und viele Airlines gerieten ob der hohen Keroisinpreise schon vor der Verschärfung der Finanzkrise in arge Schwierigkeiten. Doch nun steht das Öl nach einem extrem steilen Absturz nach nichtmal 5 Monaten wieder, wie Anfang 2007, bei 60$ je Barrel.
Damit stehen aber nun andere Länder, die im Prinzip die letzten Jahre hervorragend gewachsen sind und vom Ölreichtum profitiert haben plötzlich vor einer extremen Krise. besonders hart trifft es Dubai, dass bisher in einem völlig absurden Luxus schwelgte und weit über seinen Verhältnissen gelebt hat. Hier hat man sich in Erwartung immer weiter steigender Ölpreise weit über seinen Verhältnissen verschuldet und die Träume wuchsen sprichwörtlich in den Himmel. Bauwerke wie der 1000 Meter hohe “Burj Dubai” sollten die Protz weltweit demonstrieren. Doch nun ist das Land selbst in Zahlungsschierigkeiten und vor dem Hintergrund der Finanzkrise steht das Projekt auf der Kippe und das Land vor dem Kollaps. Denn das Emirat hat sich weit über sein komplettes Bruttoinlandsprodukt verschuldet und nun ist auch noch er Ölpreis unter die durchschnittlichen Förderkosten von 60$ je Barrell gefallen. Und die Tendenz ist weiter stark fallenend. Die Börse von Dubai hat sich angesichts dieser Aussichten bereits gedrittelt.
Auch Russland ist dadurch stark in die Krise gekommen. So ist die russische Notenbank gezwungen eine Abwertung des Rubel zuzulassen. Die Notenbank musste schon in den vergangen Wochen sehr hohe Beträge aus den Devisenreserven für die Stützung des Rubels aufwenden. Es wird bezweifelt ob der Notenbank noch eine geordnete Abwertung des Rubels gelingt, oder ob sie die Kontrolle verlieren könnte. Russland könnte auch hier wieder in eine schwere Krise schlittern, denn der Leistungsbilanzüberschuss hat sich schon stark verringert und auch die Wirtschaft kühlt sich merklich ab.
Aber eins ist auffällig, die Stimmen die noch vor einiger Zeit vor einem Ende der Ölreserven gewarnt haben sind auf einmal völlig verstummt. Es bewahrheitet sich das alte Sprichwort, die Kurse machen die Nachrichten. Zumindest ein schwacher Trost in der Finanzkrise, dass man wieder billig tanken können wird.
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