Opel bleibt bei GM – deutsche Regierung steht blamiert da

November 4, 2009 by
Filed under: Politik 

Eigentlich habe ich mich stehts gesträubt einen Artikel zu diesem doch recht diletantischen und naiven Schauspiel der Rettung von Opel zu schreiben. Doch nachdem das ganze Theater ein würdiges Ende gefunden hat, werde ich mich dann nun doch dazu äußern. Der GM Verwaltungsrat hat dem nun seit Monaten andauernden Schauspiel “Rettet Opel”, dass mehr dem deutschen Wahlkampf als wirtschaftlicher Logik geschuldet war, ein Ende gesetzt mit der für deutschen Politikern so überraschenden Entscheidung Opel nun doch zu behalten. GM hat damit zweierlei Dinge erreicht, erstens war Opel in der schwierigen Zeit der Insolvenz durch einen Brückenkredit der deutschen Regierung abgesichert zum anderen konnte GM in aller Ruhe zuschauen was andere mit den eigenen Mitarbeitern aushandeln. So wird sich GM sicher an den schon von Magna mit der Opel Belegschaft ausgehandelten Lohnverzicht anlehnen.

GM begründet seine Entscheidung vorallem mit einer Verbesserung des Geschäftsumfeldes. So kamen grad in Deutschland die Abwrackprämie Opel und in Amerika das “Cash for Clunkers” Programm GM zu gute. Auch wurde grade die Finanzkraft von GM in den verganenen Monaten von der amerikanischen Regieurng wieder hergestellt nach dem GM in Chapter 11 gegangen ist.

Besonders die große Koalition unter Merkel hatte sich bis an den Rand der Lächerlichkeit für einen Verkauf von Opel an Magna stark gemacht. Man hatte sich früh auf Magna als nur einen möglichen Verkauspartner festegelegt und nur Magna die umfangreichen Staatshilfen zugesichert. Grade dadurch war auch Ärger mit der EU Kommission und Ländern anderer Opel Standorte vorprogrammiert. Die Große Koalition unter Merkel und Steinmeier habe sich aufgeführt als würde ihnen Opel gehören und nicht der eigentlichen Mutter GM. Dabei hat GM wohl schon von Anfang an auf Zeit gespielt um sich in der Phase der Insolvenz Opel durchschleppen zu können. Man konnte nicht ernsthaft erwarten, dass GM sein wichtigstes europäisches Standbein aufgibt und wertvolle Technologie nach Russland abgeben würde.
So ist nicht verwunderlich das die deutschen Politiker aufgrund dieser Blamage schäumen. Besonders Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers fällt mit besonders wirren Behauptungen auf. Das Verhalten des US-Konzerns zeige „das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus“ und sei „völlig inakzeptabel“. Das Verhalten von GM hat rein gar nichts mit Turbokapitalismus zu tun, sondern spiegelt einfach nur das Recht des Eigentümers wieder. Die deutschen Politiker haben sich dagegen reihum überschätzt und vorführen lassen.

Auch der Blicklog hält dies für eine Nachvollziehbare Entscheidung. und Weissgarnix findet die Entscheidung ebenfalls keineswegs überraschend und sie könnte am Ende noch ein Happy End für Opel sein.

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Kommentare

4 Comments on Opel bleibt bei GM – deutsche Regierung steht blamiert da

  1. Martin Brosy on Fri, 6th Nov 2009 23:58
  2. Hey Jörg,

    also ich ziehe meinen Hut vor dir, denn du hast ein Beitrag über dieses Dilemma geschrieben. Ich konnte mich in meinem Blog einfach nicht dazu durchringen.
    Weil mir dieses Thema einfach zu Grotesk ist, denn die deutsche Regierung erwartet von GM das sich Opel einfach mal so rauslöst. Opel ist eines der wenigen halbwegs gesunden GM Unternehmen, warum sollte das auch GM machen. Schon wegen der Forschung und Entwicklung. Ich bin es leid mir das im Fernsehen anzuschauen.

    Liebe Grüße

  3. Joerg on Sat, 7th Nov 2009 11:30
  4. Hey Martin
    Danke für die Blumen :)

    Es ist schon sehr grotesk das Ganze. Man würde wohl jeden Drehbuchautor fristlos feuern, der sich so eine Geschichte ausdenken würde. Aber wie es scheint hat das die Bundesregierung ganz allein selbst verbockt.

    Scheint wohl so, dass der Guttenberg in einem Schreiben, nach Druck der EU, ihnen zu verstehen gegegen hat, dass wirklich jeder der Opel weiterführt auf deutsche Staatshilfen rechnen kann.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,659898,00.html

    Grüße
    Jörg

  5. Ray on Tue, 10th Nov 2009 18:09
  6. Grotesk auf jeden Fall aber auch diletantisch von GM so lange keine Entscheidung zu treffen, Wenigstens bekommt der Bund seine Milliarde wieder, um sie für Wahlgeschenke zu verhämmern ;)

    [...] einen Hang zur Idiotie wenn es um die Rettung von Opel ging. So wollte sie partout die Tochter Opel aus dem Mutterkonzern GM herauslösen, nur um dann sich ein Nein von den Amerikanern einzufangen. Nun geht es GM mitlerweile [...]

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