Porsche – Das Ende der Ära Wiedeking

July 23, 2009 by
Filed under: Aktie 

Nun also doch hat sich Ferdinand Piech durchgesetzt und Wendelin Wieking sowie Finanzvorstand Härter haben den Porsche Konzern verlassen. Damit ist der vorläufige Höhepunkt eines bemerkenswerten Schlammschlacht erreicht, in der Ferdinand Piech vor allem über die Medien den Porsche Chef demontiert hat. Auch gesteht Porsche damit entgültig das Scheitern seiner Übernahmepläne von VW ein. Dieser Übernahmekampf hat die Börsen seit Monaten beschäftigt und der VW Aktie ein sehr eigenwilliges Kursverhalten beschert und zu einer wahnsinnigen Überteibung geführt, als die VW Aktie zeitweise 1000 Euro erreicht hat. Doch das tat der Zuneigung der Porschemitarbeiter für ihren ehemaligen Chef, der mit 50 Millionen Euro verabschiedet wurde keinen Abburch. Die Mitarbeiten haben ihn in einer bewegenden Abschiedzeremonie heute in Zuffenhausen gehuldigt.

Nun sieht es nicht nur so aus, dass nun eine Fusion mit VW angestrebt wird, sondern gleichzeitig auch Katar mit 5 Milliarden sich beteiligt und VW Optionen abnimmt wie das Handelsblatt berichtet. Dabei soll die Porsche Holding weiter 51% an VW halten. Dabei würde eine Kapitalerhöhung um 5 Milliarden euro helfen um die über 10 Milliarden an Schulden, die durch den Übernahmeversuch entstanden sind, abzubauen. Die Familien um Porsche wollen einen Anteil von 50% behalten und der andere Teil würde von Volkswagen übernommen. Dabei würde VW den Sportwagenbauer Porsche ähnlich wie Audi als eigentständige Marke in den Konzern eingliedern. Kater würde 18% an den neu gebildeten Konzern VW mit Porsche erhalten. Allerdings ist diese Konstellation noch lange nicht völlig geklärt und nach den bisherigen Querelen ist auch nicht zu erwarten, dass dieses reibungslos über die Bühne geht.

Die Zukunft des fusionierten Konzern wird trotz und grade wegen des Abgangs von Wiedeking ungewiss bleiben. Der neue Porsche Chef Michael Macht wird einen schweren Stand haben. Er ist zwar schon lange bei Porsche dabei und sollte den Konzern hervorragend kennen. Doch er wird gegen den rücksichtlosen Machtmenschen Piech noch weniger Chancen haben als Wiedeking, der sich sich immerhin auf eine gradezu vererhrerische Unterstützung seiner Mitarbeiter verlassen konnte, wie auf der Abschiesveranstallung in Zuffenhausen mehr als deutlich wurde.Wiedeking konnte auf unbestrittene Erfolge seiner langen Führungszeit bei Porsche zurückblicken in der er den einstigen Pleitekandidaten mustergültig saniert hat und zu immer neuen Rekorden geführt hat. So sieht auch Investors Inside die Zukunft des neuen fusionierten Konzerns mit Fragezeichen. Zu offensichtlich ist die Führungsschwäche durch den Grabenkrieg der beiden Familien Porsche und Piech.

Wulff hat eine historische Chance verpasst und ist hauptveranwortlich für das herschende Chaos zwischen VW und Porsche

Doch während die Presse Wulff als den großen Sieger sieht, der maßgeblich daran beteiligt war, dass die Übernahme von VW an dem VW Gesetz und dem Land Niedersachen gescheitert ist. So sehe ich ihn eher als den großen Verlierer. Er hat eine historische Chance verpasst zu horrenden Aktienkursen die 20% Beteiligung des Landes Niedersachsen abzustossen, um so einen effektiv geführten Konzern unter Porsche Führung zu schaffen und dabei gleichzeitig seinen Landeshaushalt zu sanieren. Er wurde von Piech als willfähigen Verhinderer der Übernahme benutzt.
Man muss kein Prophet sein, um zu sehen das die hohen Kurse der VW Aktie Geschichte sein werden. Der neue Konzern steht nun nicht nur mit einer zerstrittenen Führung und unklaren Besitzverhältnissen da, auch hat grade VW besonders stark von der staatlichen Subventionierung durch die Abwrackprämie profitiert. Wenn diese ausläuft und gleichzeitg die Arbeitslosenzahlen ansteigen wird es für VW eine harte Zeit anbrechen. Denn diese sind in der Regel die potentiellen Kunden von VW. Gleichzeitig wird der exklusive Kundenkreis sich erst zweimal anschauen wie sich das Image von Porsche entwickelt. Es hat durch die Schlammschlacht schon arg eingebüsst und dürfte unter der Führung von VW weiter leiden. Porsche konnte nur durch sein herrausragendes Image als eigenständiger Sportwagenbauer solch hohe Margen verlangen. Es steht zu vermuten das Wulff mit seinem falsch verstandenen Lokalpatriotismus den Arbeitnehmern bei VW und Porsche einen Bärendienst erwiesen hat.

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Kommentare

4 Comments on Porsche – Das Ende der Ära Wiedeking

  1. Andreas on Mon, 27th Jul 2009 21:10
  2. hat Dr. Wendelin Wiedeking nicht mal bei der Nixdorf Computer AG Paderborn gearbeitet?

  3. Joerg on Thu, 30th Jul 2009 16:49
  4. So weit mir bekannt ist hat Wiedeking nie bei Nixdorf gearbeitet. Wiedeking war vorher bei GLYCO Metallwerke KG. Vielleicht liegt hier eine Verwechlsung mit Arno Bohn vor, der hat bei Nixodrf gearbeitet bevor er dann zu Porsche wechselte.

  5. Finanzen Ratgeber Blog on Tue, 4th Aug 2009 13:21
  6. Bye Bye Porsche!…

    Am gestrigen Donnerstag wurde offiziell bestätigt, dass der Volkswagen Konzern den Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche übernehmen wird. Worüber bereits seit Wochen spekuliert wurde, ist nun – vor allen Dingen für die Mitarbeiter von Porsche un…

  7. Porsche stellt neuen 911 Turbo vor on Sat, 8th Aug 2009 09:14
  8. [...] gerade einfach verlief. Das Ergebnis: Vorstandschef Wieland Wiedeking und sein CFO Holger Härter durften abdanken. Da ist es umso erfreulicher, dass es endlich wieder einmal eine Porsche Meldung gibt, die etwas [...]

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