QE2 : Fed kauft jeden Monat 110 Milliarden an US Staatsanleihen auf
Heute hat nun die US Notenbank Fed bekannt gegeben wie ihr neues quantative easing Programm QE2 aussehen soll. Dabei sollen vor allem langfristige US Staatsschulden erworben werden. Nachdem die Fed schon lange mehr keinen Spielraum mehr nach unten mit den Leitzinsen hat, soll nun auf Gedei und Verderb auch das lange Ende der Zinskurve gedrückt werden. Die ist ein Spiel mit dem Feuer. Gab es beim ersten QE Programm noch eine Liquiditätsklemme die es zu beseitigen galt, ist diesmal allein das Ziel die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflationsrate auf das gewünschte Level der Fed anzuheben. Dabei sollen direkt durch QE2 bis zum Ende des zweiten Quartals 2011 600 Milliarden Dollar in US Staatsanleihen investiert werden, macht 75 Milliarden Dollar jeden einzelnen Monat. Allerdings ist dies noch nicht alles.
Denn anders als zum Beispiel der Artikel auf Spiegel Online suggerieren sind die 600 Milliarden noch nicht alles. Die Fed will auch alle Rückflüsse aus denen von ihr gehaltenen bisher in der Finanzkrise gekauften Anleihen, vor allem darunter MBS auch direkt in den Kauf von US Staatsanleihen investieren. So kommen noch einmal 250 bis 300 Milliarden Dollar oben drauf. Macht zusammen 850 bis 900 Milliarden Dollar, also 110 Milliarden Dollar jeden Monat. Dies scheint angesichts der utopischen Erwartungen an QE2 von bis zu 4.000 Milliarden fast schon moderat. Doch ist dies dennoch eine völlig wahnsinnige Summe und ein Spiel mit dem Feuer der Inflation. Zum Vergleich der US Staatshaushalt hatte 2009 (nach den Daten von Wikipedia) ein Defizit von 1,42 Billionen US Dollar. Das entspricht etwa 118 Milliarden Dollar pro Monat. Somit plant die Fed also nichts geringeres als nahezu das komplette US Staatsdefizit aufzukaufen. Wenn das nicht zu einer gewaltigen Blase in amerikanischen Staatsanleihen führt, was dann?
Das schöne vorerst für die Fed, eine Anleiheblase ist schwer zu erkennen. Denn hier zeichnet sich eine Blase eben nicht durch völlig exorbitante Preissteigerungen aus, sondern durch niedrige Zinsen. Allerdings, das Platzen dieser Blase der US Staatsanleihen wird die gesamte Weltfinanzwelt in eine noch nie da gewesene Krise führen. Doch wer wird eigentlich einspringen wenn die Fed keine Staatsanleihen mehr einkauft? Die Fed kann nicht erwarten Monat für Monat nahezu das komplette Staatsdefizit aufzukaufen und wenn sie keine Lust mehr hat wird das schon jemand anderes übernehmen. Es wird so schnell sich niemand finden der diese gewaltigen Summen zu solch niedrigen Zinsen tragen möchte. Die Zinsen würden bei einer Einstellung von QE sprunghaft ansteigen und erst recht dazu führen das die Blase platzt. Der Schuldenberg der USA ist riesig und wird vor allem von denjenigen Institutionen gehalten die Risiko über alles scheuen. Wie würden sie auf so einen sprunghaften Zinsanstieg reagieren, der dazu führt das die Kurse der Anleihen einbrechen? Glaubt die Fed im Ernst sie könnte nach diesem radikalen Eingriff in den Markt sich einfach zurückziehen ohne das es zu einer Kettenreaktion käme? Meiner Meinung nach bleibt der Fed nichts anderes übrig als das QE Programm auch nach QE2 immer weiter zu verlängern. Der Preis für QE wird sehr teuer sein und er wird zu zahlen sein in einer galopierenden Inflation.
Der wirtschaftliche Nutzen dagegen ist bestenfalls fraglich. Der Kauf von Anleihen und der damit auch langfristige niedrige Zins wird zu keinem deutlichen anziehen der Kreditvergabe führen. Wer einen Kredit aufnimmt, sei es mit noch so wenig Zinsen, der ist darauf angewiesen ein Investition zu tätigen von der er glaubt sie wirft eine positive Rendite ab. Doch genau die Markterwartung ist zur Zeit das Problem der amerikanischen Wirtschaft, insbesondere dem Immobilienmarkt. Denn die Zwangsversteigerungen haben noch lange nicht ihren Hochpunkt erreicht, es werden im nächsten Jahr noch mehr werden. So gehen viele von einem weiter schwachen und sogar fallenden Immobilienmarkt aus. Das ganze Geld das die Fed in den Markt pumpt wird sich dagegen andere Felder zum investieren suchen. Sei es nun Aktien, Rohstoffe, oder direkt in die Schwellenländer. Es werden also immer weitere Blasen entstehen. Nur keine die der amerikanischen Wirtschaft helfen könnte.
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