Viel Lärm um das US Verbrauchervertrauen
Der wirklich massive Einbruch des amerikanischen Verbrauchervertrauens wird heute als einer der maßgeblichen Gründe für den deutlichen Absturz an den Börsen genannt. Doch dabei ist der Indikator nur ein sehr oberflächlocher Stimmungsindikator. Die Probleme liegen dagegen tiefer und die Sorgen um einen Double Dip in der amerikanischen Konjunktur sind mehr als berechtigt. Es gibt mehere gute Gründe warum die USA im kommenden Jahr in eine double Dip Rezession abgleiten könnten, in so einem Umfeld hat man sich natürlich an den Strohhalm China geklammert, um sich mit dessen Wachstum gesunden zu können. Doch nun mehren sich auch die Schwächesignale aus China. Interessant, beide Indikatoren die heute die Märkte schockten kamen von der gleichen Gesellschaft, dem Conference Board.
Das private gemeinnützige Unternehmen Conference Board stellt Indikatoren für alle möglichen Wirtschaftsbereiche und Regionen zusammen. Doch manche Indikatoren sollte sehr mit Vorsicht genossen werden. So werden für das US Verbrauchervertrauen, dass schliesslich die Stimmung der Verbraucher in der gesamten USA repräsentieren sollen, gerade einmal 5000 ausgewählte Personen befragt. Eine sehr homöopatische Datengrundlage. Dagegen sind Indikatoren die Preisentwicklungen, Ordereingänge usw berücksichtigen deutlich aussagekräftiger. Solche sind unter anderen im Conference Board Leading Economy Index enthalten und dieser wurde für China deutlich nach unten korrigiert, auf einen Wert von +0,3%. In diesem Index ist die Kreditvergabe der Banken, ein Index zum Vebrauch von Rohstoffen, ein Index für Zulieferteile, das schon erwähnte Verbrauchervertrauen, neugebaute Nutzflächen und Exportauftragseingänge enthalten.
Interessant an der Aufstellung der einzelnen Regionen im Conference Board ist hierbei das Deutschland deutlich positiv hervorsticht. So beträgt der Conference Board Leading Economy Index für Deutschland einen Wert von +1,6%, dagegen die USA bei lediglich +0,4%. Das China selbst hinter die USA zurückfällt ist dabei ein deutliches Warnsignal.
USA vor Double Dip Rezession
Denn die USA scheinen immer mehr in eine Rezession wieder abzugleiten, eine dann mehr als seltene Double Dip Rezession. Eine besonders interessante Analyse habe ich bei Credit Writedowns gefunden. Allerdings merkt man dabei auch, dass viele ansich zuverlässlige Indikatoren für eine Rezession wie zum Beispiel die Zinsstrukturkurve, durch die Nullzinspolitik der FED, völlig unzuverlässig geworden sind.
Besonders belastet das nicht nur die Stimuli der Obama Regierung langsam auslaufen. Der Immobilienmarkt hat dies schon schmerzhaft zu spüren bekommen. Aber es laufen auch die noch von Busch initierten Steuersenkungen aus, mit denen er gegen die Rezession von 2001 angekämpft hat aus. Nachlassende Stimuli und höhere Steuern sind blankes Gift für eine Wirtschaft, in der die Kreditvergabe der Banken so deutlich nachgelassen hat und in der die Geldmenge sogar schrumpft.
Angesichts dieser Aussichten flüchten wieder einmal viele Fonds in die als ach so sicher eigestuften amerikanischen Staatsanleihen, als wenn die USA keine ausufernden Staatsschulden hätten. Dennoch wird die FED alles versuchen, um eine weitere Rezession zu verhindern und die Märkte wieder massiv mit Geld fluten. So wäre es nicht ausgeschlossen das die Börsen trotz Rezession weiter steigen könnten.
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Kommentare
One Comment on Viel Lärm um das US Verbrauchervertrauen
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Kleine Presseschau vom 30. Juni 2010 | Die Börsenblogger on
Wed, 30th Jun 2010 11:14
[...] Spekulantenblog: Viel Lärm um das US Verbrauchervertrauen [...]
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